Meiendorf

...ein Dorf ein Ziel

 Meiendorfer SV – USC Paloma 3:0 (1:0)

Meiendorfer SV:
Sävke - Gasde, Hoffmann, G. Subasic, Velasco – Niemeyer, M. Hercog - Bahn (82. Facklam), Sara, Rehr (90. Kankam) – Balcer (72. Arboleda Sanchez)
USC Paloma: Jonas – Savelsberg, Dreyer, Sulinski, Sterczyk (72. Franz) – Gottschalk (46. Liehr), Wegner – Chipenko, Albrecht – Körner, Gyimah (63. Galica)
Tore: 1:0 Subasic (13.), 2:0 Sara (77., FE), 3:0 Sara (90.+2)
Schiedsrichter: Johannes Mayer-Lindenberg (Harburger TB), beanstandungsfrei, sofern die Szenen aus der 70. und 77. Minute (siehe Text) außer Acht gelassen werden
Beste Spieler: Niemeyer, Sara - Albrecht
Zuschauer: 253 (exact wie zuletzt gegen Curslack)

Bereits zwei Stunden vor Anpfiff der Partie war Paloma-Trainer Marco Krausz auf der Sportanlage an der B 75 anzutreffen, wo er einst als Spieler und Trainer wirkte. Gefragt, was er denn zu so früher Stunde schon hier wolle, war vom B-Lizenz-Inhaber zu erfahren: "Zu früh gibt es nicht. Ich war bis gestern Abend auf einer Drei-Tage-Trainer-Fortbildung in Hennef, da lohnt es kaum, sich zu Hause aufs Sofa zu setzen". Allein nach gut 90 Spielminuten stand fest, dass jedenfalls seine Palomaten zu einer solch unchristlichen Zeit noch nicht in der Lage gewesen waren, die aus der DFB-Sportschule tranferierten neuen krauzschen Erkenntnisse zu verinnerlichen.

Denn, was das Publikum zunächst präsentiert bekommt, ist eine von gegenseitigem Respekt geprägte, mithin höchst langweilige, Partie. Die Platzherren stehen tief, ihre Widersacher haben so mehrheitlich den Ball, wissen damit aber nichts Vernünftiges anzufangen, weder in die Breite noch nach vorne. Ein Freistoß von Marcel Gottschalk in die Arme von Tobias einer-, ein Schuss von Dominik Balcer von der Strafraumgrenze neben das Ziel andererseits bleiben das einzig Erwähnenswerte bis zum 1:0. Dafür sorgt Michael Sara in der 13. Spielminute, zu der er den von Goalie Yannik Jonas abprallenden Marcin-Hercog-Freistoß über die Torlinie schiebt. Aber auch danach ändert sich wenig am Spielverlauf. Ein "Gottschi"-Freekick erneut auf Sävke, ein gefährlich aussehender, aber zu hoch angesetzter Ball von Sara, eine Hereingabe von John Gyimah, die Freund und Feind verpassen, sowie ein Versuch des recht bemühten Marc Albrecht stellen bereits das Optimum der ersten Halbzeit dar.

Im Kabinentrakt scheinen dann aber die USCer den Worten ihres Vordenkers schon ein wenig mehr Gehör geschenkt zu haben. Jedenfalls vermag Sven Körner nach dem Wiederanpfiff Tormann Sävke schon mal echt zu fordern (54.). Doch kurz darauf ist es sein Gegenüber, der sich nach Zuspiel von Felix Rehr Sara in den Schuss werfen und gleich darauf gegen Lennard Bahn retten muss. In der 70. Minute ein Powerplay der Gelb-Schwarzen, eingeleitet von Fabian Gasde, an dessen Ende sich der arg gebeutelte Balcer auf dem Elfmeterpunkt liegend wiederfindet. Allein die Pfeife von Referee M-L bleibt entgegen allgemeiner, auch neutraler, Erwartung stumm. Dafür ertönt sie aber umso eindrucksvoller sieben Minuten später, da Bahn an der linken 16er-Begrenzung ins Stolpern gerät. Mit einem nur mäßig platzierten Strafstoß bleibt es Sara überlassen, für die Vorentscheidung zu sorgen. Denn weder Rehr, noch der eingewechselte Yiner Arboleda Sanchez als auch Sara mögen ihre Chancen der hoffnungsvolleren Art zu verwerten. Bis zur Nachspielzeit, da Sara und A-S gemeinsam einem langen Ball hinterher jagen. Sara auf A-S, der kommt ins Stolpern, kann aber noch im Liegen die Kugel zum Absender zurückgeben, und ein vom Ergebnis her gesehen eindeutiges 3:0 darf in die Statistiken einfließen und so den wohlschmeckenden Glühwein zum eindrucksvollsten Erlebnis dieses frühen Nachmittags machen.

Auch wenn ihr Trainer mit ihrer Leistung heute zufrieden war, am letzten Vorrundenspieltag in Rugenbergen müssen die Meiendorfer vermutlich noch einiges zulegen, um auch dort zu bestehen. Für die Palomaten aber bleibt es dabei, dass sie auswärts in dieser Saison nicht gewinnen können. Allein deren nächster Kontrahent heißt H-R und darf auf heimischen Grant empfangen werden.

Punktspielbilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1949):
27 Spiele, 10 Siege, 8 Remis, 9 Niederlagen, 47:36 Tore

Stimmen:

Marco Krausz: (Trainer USC Paloma):
Der Meiendorfer Sieg war zweifellos verdient. Mit unseren Fehlern haben wir unserem Gegner, der sehr defensiv ausgerichtet war, in die Karten gespielt. Wir hatten zwar gefühlte 70 Prozent Ballbesitz, doch das war heute unser Problem. Denn die Fehlpassquote lag deutlich höher. Ich bin jedenfalls maßlos enttäuscht über das, was wir heute hier abgeliefert haben. Alles Weitere braucht hier nicht diskutiert zu werden.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorfer SV):
Heute bin ich mit meiner Mannschaft absolut zufrieden. Sie hat hinten nur wenig zugelassen und ihre Torchancen zumeist nutzen können. Als absolut kontraproduktiv empfinde ich jedoch, wenn von der Tribüne eigene Spieler runtergemacht werden. Unsere Zuschauer sollten schließlich wissen, über welche Qualitäten jeder einzelne unserer Spieler verfügt. Wenn einer mal einen schlechten Tag hat, dann schleppen wir ihn eben mit durch. Es ist aber völlig sinnlos, ihn von außen zu beschimpfen. Das muss intern unbedingt besprochen und auch abgestellt werden.

 

 SV Lurup – Meiendorfer SV 1:2 (0:2)

SV Lurup:
Kubowski – G. Gomoll, Bartel, Gezer, Afsin – Trapp (53. Schultze), Martynov (30. Schmidt) – Geist, M. Gomoll, Kialka (63. S. Ockasov) – Sousa
Meiendorfer SV: Sävke – Munoz Velasco, Drast, Hoffmann, F. Gasde – Niemeyer – Velasco Trujillo, Sara (90. El-Asmer), Hercog, Rehr (85. Haye) – Balcer (73. Arboleda Sanchez)
Tore: 0:1 Hercog (14.), 0:2 Balcer (41.), 1:2 Schmidt (74.)
Schiedsrichter: Hass (Schnelsen), ein Ruhepol und ohne Fehl und Tadel.
Beste Spieler: Afsin, Schultze – Sara, Velasco Trujillo
Zuschauer: 117

Neun Niederlagen in Folge – das hat "Klobe" weder als Trainer, noch als Spieler erlebt. "Aber mal acht Siege in Folge", lachte der Luruper Trainer. Trotz der Niederlage war er nicht schlecht gelaunt. Er sah das Positive in diesem Spiel, sah, dass seine Mannschaft nicht unterging, sich nicht auseinander nehmen ließ. Der Gegner hieß aber auch "nur" Meiendorf, und die sind auch ein ganz schönes Stück von ihren Glanzzeiten entfernt.

Das Spiel begann mit einer optischen Überlegenheit der Luruper. Klobe? "Was nützt aber so eine optische Überlegenheit wenn man daraus keine Torchancen generiert, weil du nicht durchschlagskräftig bist? Dann verlierst du so ein Spiel. Da müssen wir uns verbessern."
Stimmt. Nichts nützte es, denn mit der erstbesten Gelegenheit erzielte Marcin Hercog das 1:0 für die Gäste, zuvor hatte Keeper Dennis Kubowski einen Schuss von Dominik Balcer nur vor die Füße von Hercog lenken können.

Das Verletzungspech machte auch während des Spiels nicht Halt vor dem SVL. Nikolaj Martynov musste nach 30 Minuten mit einer Muskelverletzung vom Platz, für ihn kam Marco Schmidt.

Kurz vor der Pause die Vorentscheidung: Michael Sara mit einer eigenwilligen Vorlage für Balcer, der traf diesmal ins Netz ohne, dass Kubowski noch dran war.

Im zweiten Durchgang war den Lurupern untereinander die Unzufriedenheit deutlich anzumerken. "Das kann ich auch nachvollziehen und es ist normal. Das bewerte ich nicht zu hoch", sagte Klobedanz zu den Situationen, in denen sich die Spieler untereinander beharkten. Es wurde erst besser, und die Hoffnung keimte wieder auf, als Marco Schmidt auf Vorlage von Kim Schultze der Anschlusstreffer gelungen war. Nun wollte der SVL, nun drängten sie auf den Ausgleich, doch mehr war nicht drin für die Rot-Weißen.

Stimmen:

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorfer SV):
Ein schweres Stück Arbeit, wenn man die vielen Torchancen fahrlässig liegen lässt. Hinten raus haben wir uns das Spiel selbst schwer gemacht. Das kann man sicherlich auch anders regeln. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden, es war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben diszipliniert das durchgespielt, was wir uns vorgenommen haben. Wenn wir die Abschlussschwäche abstellen, dann brauchen wir uns auch keine Gedanken machen.
Ich habe die Kritik von Frank Stolina unter der Woche gelesen. Er kann das als sportlicher Leiter durchaus mal äußern. Wenn aber eine Mannschaft fit ist, rein körperlich, dann ist es meine Mannschaft. Wir arbeiten regelmäßig daran. Vielleicht kann eine Serie von Negativerlebnissen einen solchen Eindruck erwecken, dass das die Beine lähmt.

Andreas Klobedanz (Trainer SV Lurup):
Heute waren wir nicht die schlechtere Mannschaft, aber die beiden Gegentore waren Geschenke. Das darf nicht passieren. So etwas wird eiskalt bestraft.
Es lag heute nicht an der Einstellung oder an der Mutlosigkeit. Meine Mannschaft hat sich nicht hängenlassen, alles versucht und mit ihren Möglichkeiten das beste draus gemacht. Wir müssen gucken, dass die jungen Spieler nicht den Mut verlieren. Wenn du so oft auf den Sack kriegst, dann ist es auch mit dem Selbstvertrauen nicht das beste. Wir wollen uns in der Winterpause mal zusammensetzen und schauen ob wir noch etwas machen können. Wir wollten versuchen konkurrenzfähig zu werden. Mit 7 Punkten nach so vielen Spielen sieht das nicht so aus, das muss man ehrlich sagen. Aber wir müssen mal durchatmen und mit neuem frischem Mut und Elan in die Rückrunde gehen.

 

Meiendorfer SV – SV Curslack-Neuengamme 0:1 (0:0)

Meiendorfer SV:
Sävke - Velasco, Hoffmann, Subasic, Gasde – Niemeyer - Hercog, Bahn (67., Arboleda Sanchez), Rehr, Sara – Balcer (73., Zazai)
SV Curslack-Neuengamme: Böse – Hoppe, Blättermann, Barlak, Carolus – Zöpfgen – Pohlmann (80., Wulff), Papke, Theetz – Eggert (46., von Hacht), Landau (90.+1., Wilhelm)
Tore: 0:1 Theetz (72.)
Schiedsrichter: Yilmaz (FC Türkiye), erneut einwandfreie Leistung, da ihn diesmal keine Kameraleute observierten
Beste Spieler: keinen gesehen
Zuschauer: 253

Eine Vorhersage, was die Heimspiele der Meiendorfer angeht, ist in dieser Saison außerordentlich schwer. Zu unterschiedlich sind die Leistungen derer von der B75. Nur eins war bislang gewiss, es werden viele Tore fallen. Auch, wenn die Curslacker tabellarisch zehn Plätze höher platziert sind als die Platzherren, sollte deren Auswärtsbilanz mit 1-2-3 nicht als unbedingt Furcht einflößend betrachtet werden. Dessen ungeachtet tippte in der besten aller Hamburger STADIONZEITUNGEN der frühere Ligaspieler des MSV, Henning Untiedt (so heißt er tasächlich), ein 2:5, ein eindeutiges Zeichen für die zurzeit herrschende Stimmung auf dem schönen Stadiongelände.

Wo alsbald zu erkennen ist, dass die Platzherren heute vor allem darauf bedacht zu sein scheinen, in der Defensive Fehler zu vermeiden, die in dieser Saison zu einem Großteil der bislang zugelassenen 35 Treffer geführt haben. So lassen sie dann auch zunächst hinten nichts anbrennen, doch nach vorne passiert eigentlich auch nichts, da ihre Aktionen zumeist zu angstvoll vorgetragen werden. Den auswärtsschwachen Gästen unterlaufen gleichfalls viele Fehler im Spielaufbau, so dass sich eine Partie entwickelt, welche die Kollegen von der Mopo nicht zu Unrecht als "Sommerfußball" definierten. Ein starkes Stück, denn ab und dann fällt schneeähnlicher Hagel oder hagelähnlicher Schnee auf den Rasen, der die Zuschauer unterm Tribünendach verständlicher Weise gleichfalls nicht zu erwärmen vermag. Fast eine halbe Stunde ist gespielt, bis Hannes Niemeyer mit seiner Hereingabe von rechts das allererste Mal für Gefahr sorgt. Nur Lennard Bahn kommt mit seinem Kopf nicht an den eigentlich gut getimten Ball heran. Danach zwei Distanzschüsse von Marco Theetz drüben und Michael Sara hüben, beide aber gleichermaßen mittelknapp über die Horizontalstange. Zwei weitere Möglichkeiten der besseren Sorte verhindert Keeper Frederic Böse gegen Sara und Bahn. Sein Kollege Tobias Sävke hingegen muss sich bei einem Flachschuss von Pascal Eggert kurz vor dem Pausenpfiff beweisen.

Zum zweiten Spielabschnitt kommen die Curslacker mit Marcel von Hacht statt Eggert auf den Rasen zurück und beginnen so langsam sich ein wenig aggressiver zu verhalten. So verpasst dann auch von Hacht auf der linken Seite den langen MSV-Pfosten nur um Weniges. Fast im Gegenzug macht Bahn es noch besser und trifft schon mal das Gestänge. In der 63. Minute die beste Möglichkeit des Spiels für die Platzherren, die einen Konter in Überzahl starten, da ein Blauer ins Rutschen kommt. Allein der Abschluss von Dominic Balzer fällt mehr als dürftig aus. Als erfolgreicher hingegen erweisen sich neun Minuten später die Jünglinge aus dem Deichgebiet. Von Mekan Barlak findet der Ball seinen Weg zu Bekim Carolus, läuft weiter zu Jan Landau und wird schließlich mittig vor den Torraum befördert, wo ihn Marco Theetz vor dem ein wenig zögernden Sävke erreicht und zum Siegtreffer in die Maschen befördert. Wer unter den Zuschauern nun denkt, dass die Gelb-Schwarzen alles nach vorne werfen, sieht sich getäuscht. Zumeist überhastet agierend bieten sich ihnen bis zur 86. Minute keine Möglichkeiten mehr. Zu der aber ruhen die Hoffnungen der Einheimischen auf Marcin Hercog, der sich auf einen Freistoß von der Strafraumgrenze vorbereiten darf. Schließlich hat er eine Woche zuvor aus größerer Entfernung in Niendorf den Ehrentreffer für seine Farben markiert. Hier und heute aber landet sein Schuss lediglich in der gegnerischen Mauer. Einer erfolgreichen Abwehr von Sävke gegen Landau folgt schließlich der allseits ersehnte Abpfiff.

Auch ohne dass die Vier- & Marschländer bereits gespielt haben, konnten sie nach diesem 0:1 erst einmal die Meiendorfer tabellarisch überflügeln. Diese müssen nun zusehen, am kommenden Sonntag in Lurup und zwei Wochen später gegen Paloma absolut notwendige Punkte zu sammeln, um nicht mit großen Sorgen in die Winterpause zu gehen. Das Ziel der Curslacker hingegen dürfte wohl, wie in der letzten Spielzeit, nur im Gewinn der Heimmeisterschaft bestehen, mithin als beste Heimelf die Saison zu beenden. Ist das etwa nichts???


Torsten Henke (Trainer Curslack):
Mit dem Ergebnis bin ich sicherlich zufrieden, mit dem Spiel, was wir hier abgeliefert haben, hingegen absolut nicht. Das war heute mit Abstand unsere schlechteste Leistung im Vergleich zu den letzten drei Auswärtsspielen. Unsere erste Halbzeit fand überhaupt nicht statt, in den zweiten 45 Minuten lief es ein wenig besser, wir hatten aber bei zwei Meiendorfer Chancen auch das Glück auf unserer Seite gehabt. Einmal haben wir dann gut gespielt und dabei dann über die Außenposition auch getroffen. Ein insgesamt gesehen glücklicher Sieg für uns, an dieser Feststellung geht überhaupt kein Weg vorbei. Wir freuen uns über die drei Punkte. Meiendorf wünsche ich alles Gute und bin zuversichtlich, dass wir auch im kommenden Jahr hier wieder spielen dürfen.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Eigentlich haben wir 90 Minuten lang das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit waren wir lediglich zwei Minuten unkonzentriert und hatten hinten keine Ordnung, was der Gegner dann auch eiskalt ausgenutzt hat. 
 

Niendorfer TSV – Meiendorfer SV 4:1 (3:0)

Niendorfer TSV:
Wolf – Natusch, Kocadal, Benn, Adomah – Bartold, Prange, Utz – Schumacher (71., Solmaz), Scharkowski (67., Sharifi) – Sellhorn (79., Koberger)
Meiendorfer SV: Sävke – Gasde (64., Bahn), Hoffmann, Subasic, Appiah (42., Rehr) – Velasco, Niemeyer, Hercog, Zazai (42., Arboleda Sanchez) –Sara, Balcer
Tore: 1:0 Sellhorn (10.), 2:0 Adomah (33.), 3:0 Schumacher (37.), 4:0 Natusch (67., FE), 4:1 Hercog (89.)
Schiedsrichter: Okun (BSV 19), ohne offensichtliche Fehlentscheidungen
Beste Spieler: Natusch, Schumacher - Sara
Zuschauer: knapp 100


Noch nicht allzu lange sind die Zeiten vorbei, da ein Niendorfer Sieg gegen den heutigen Widersacher zumeist als höchst unwahrscheinlich gelten musste und im Erfolgsfalle folglich als Überraschung betrachtet wurde. Allein die aktuellen Gäste haben nichts mehr gemeinsam mit dem Kader, der über Jahre ganz oben in der "Stadtliga" dabei war. Die Platzherren hingegen haben sich für diese Saison große Ziel gesetzt, die bislang allerdings noch auf ihre Realisierung warten. So durfte dann die sonntägliche Partie, zugleich die 15., zwischen den punktgleichen 13. und 14. des aktuellen Tableaus als durchaus offen betrachtet werden. Nur eins schien festzustehen nach einem Blick auf die Summe der bisherigen Tordifferenzen beider Kontrahenten nach elf Spieltagen (39:52), dass sie nämlich trefferreich enden würde.

So steht es denn auch bereits nach zehn Minuten 1:0. Tim Schumacher spielt sich auf der rechten Seite frei und legt dem zentral vor dem gegnerischen Tor postierten Tim Sellhorn den Ball so auf den Fuß, dass der Neu-Niendorfer mühelos einnetzen kann. Es dauert eine Viertelstunde, bis auch von den Gästen einmal etwas zu bemerken ist. Der Distanzschuss von Hamid Zazai ist aber viel zu unpräzise. Schon besser das Durchspiel von Michael Sara auf Dominik Balcer, dessen Abschluss jedoch am langen Pfosten vorbeistreicht. Mit einer schönen Vorlage von Ole Natusch weiß danach Sellhorn nichts Rechtes anzufangen, während Zazais Schuss in Richtung Norderstedt entschwindet. Nach einer guten halben Stunde zweimal Francis Adomah. Mit einem Sellhorn-Freistoß zunächst per Kopf an die Querlatte und knapp zwei Minuten später und einem Eckball von Sascha Barthold mit eben demselben Körperteil in die rechte untere Torecke, wobei Tormann Tobias Sävke die Kugel nur noch touchieren kann. Das 3:0 schließlich geht auf das Schumacher-Konto, der ein Sellhorn-Anspiel im gastlichen Netz zu versenken versteht. Auf Seiten der MSVer fast schon ein Verzweiflungsakt, da Matthias Stuhlmacher bereits drei Minuten vor dem Kabinengang zwei Leute austauscht. Mit den eingewechselten Yiner Ronal Arboleda Sanchez sowie Felix Rehr gestaltet sich die Partie ein wenig offener, mehr aber kommt dabei nicht heraus.

Auch im zweiten Spielabschnitt nicht bis zur 65. Minute, zu der Ole Natusch nach Foul von Daniel Velasco an Nick Scharkowski den allfälligen Strafstoß sicher im MSV-Gehäuse versenkt. Danach scheinen die Sachsenwegler gesättigt. Allein ein Zuspiel von Rehr auf den ebenfalls inzwischen eingewechselten Lennard Bahn piekt dieser über die Latte, ein Freistoß von Marcin Hercog landet in den Armen von Dennis Wolf, der auch den erfolgreichen Abschluss eines gelungenen Zusammenspiels zwischen Sara, Rehr und Balcer unterbindet. In der 74. Minute erneut Adomah, diesmal aber per Fuß ans Aluminium. Mehr Glück hingegen ist in der letzten Minute der nicht gerade aufregenden Partie Hercog beschieden, der einen Freistoß aus 22 Metern im rechten Dreieck unterzubringen versteht

Zwölf ihrer bislang 13 Punkte haben die Niendorfer den Erfolgen gegen Teams zu verdanken, die nun tabellarisch hinter ihnen postiert sind. Eigentlich eine Bilanz, die der Selbstverständlichkeit nicht entbehrt. Möglicher Weise könnte der Stuhlmacher-Auswahl diese Tatsache aber helfen, über ihre heutige bescheidene Vorstellung schneller hinwegzukommen, haben sie in der Hinrunde mit Lurup und Paloma schließlich noch zwei theoretisch machbare Widersacher vor sich, um nicht noch weiter abzusacken. Was jedenfalls ihr heutiges Spiel betrifft, sind sie ihrer Linie treu geblieben und haben mit den insgesamt fünf Treffern den bisherigen Schnitt von 4,73 gar noch übertroffen.

Punktspiel-Statistik nach 1945 aus der Sicht des Gastgebers:
15 Spiele – 4 Siege – 3 Remis – 8 Niederlagen – 23:30 Tore
13 Spiele auf erstem Level und zwei in der Saison 1959/60 in der Bezirksklasse – Staffel Alster - (dritter HH-Level)


Stimmen:

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Das war mal wieder kein oberligareifer Auftritt meiner Mannschaft und dem Meiendorfer SV gegenüber unwürdig. Eine Mannschaft kann zwar verlieren, aber auf die Art und Weise, wie meine es getan hat, geht das einfach nicht. Wir müssen unsere Schäfchen selber ins Trockene bringen und dürfen nicht darauf schauen, dass es zurzeit in der Tabelle noch schlechtere Mannschaften gibt. Aber Rumjammern bringt nichts, denn die nächste schwere Aufgabe wartet auf uns.

Frank Hüllmann (Trainer Niendorf):
Nach dem mühsamen 2:1 bei Lurup mussten wir heute nachlegen. Das hat die Mannschaft ziemlich gut gemacht, auch wenn der Gegner heute nicht so besonders stark gespielt hat.

 

Meiendorfer SV – Eintracht Norderstedt 1:5 (1:2)

Meiendorfer SV:
Sävke – Gasde, Drast (31. El-Asmer), Niemeyer, Velasco Trujillo – Zazai, G. Subasic, Hercog, Rehr (72. Arboleda Sanchez) – Bahn (46. Balcer), Sara
Eintracht Norderstedt: Höcker – Grove, Eglseder, Rose, Lindener – Wehrendt – Browarczyk (80. Petrekovic-Loncar), Meyer, Koch – Makomé (76. Sa Borges Dju), Tunjic
Tore: 0:1 Lindener (3.), 0:2 Tunjic (16.), 1:2 Sara (27.), 1:3 Tunjic (61.), 1:4 Sa Borges Dju (77.), 1:5 Sa Borges Dju (82.)
Schiedsrichter: Philipp Steiner (GW Harburg). Er und seine Assistenten hatten mächtig zu tun mit zwei lautstarken Trainern, vielen Fouls und Verletzungspausen. Nicht jede Entscheidung war nachvollziehbar. So hätte Daniel Velasco Trujillo für ein Foul an Marius Browarczyk durchaus Rot sehen können (54.) – der MSV-Verteidiger war letzter Mann, der Ball bereits weg. Letztlich war das Spiel aber zu eindeutig, als dass der Referee mit einer Entscheidung Einfluss hätte nehmen können.
Beste Spieler: Sävke – Tunjic, Meyer, Makomé, Wehrendt
Zuschauer: 256

Jürgen Tunjic strahlte über das ganze Gesicht. Der Routinier hat zwar schon viele gute Fußballtage erlebt, doch das 5:1 beim Meiendorfer SV war für den Angreifer von Eintracht Norderstedt ein spezieller Moment. „Das werden unsere Wochen sein. Und gerne auch meine.“ So klingen Sieger. Die geprügelten Gastgeber waren da schon längst zu Boden gesackt. Deprimiert über den Tiefpunkt, desillusioniert über die eigene Leistung.

Zuvor hatte kaum etwas funktioniert beim MSV. Spielten sie einen Pass, war fast immer ein Gegner dazwischen. Hatten sie einmal den Ball, war dieser einen Zweikampf später in der Regel wieder verloren. Erhöhte Norderstedt das Tempo, wurde die Meiendorfer Defensive seziert. Es war nur Keeper Tobias Sävke zu verdanken, dass die sowieso klare Niederlage nicht in ein Desaster ausartete.

Meiendorf hatte quasi nur in einer Szene – anfangs des zweiten Durchgangs - die Chance, den Nachmittag zu retten. Es stand 2:1 für Norderstedt, Gäste-Torwart Johannes Höcker konnte einen hohen Ball nicht festhalten, doch sein Innenverteidiger Mike Eglseder klärte für ihn vor der Linie. „Ich hätte gern gesehen, wie selbstbewusst Norderstedt dann noch gewesen wäre“, sagte MSV-Trainer Matthias Stuhlmacher später. Doch es kam nie dazu. Wie es um die Sicherheit der Hamburger bestellt ist, hatte die Eintracht-Mannschaft hingegen sofort erkannt. „Wir haben sofort gesehen, dass bei denen hinten nichts zusammen passt“, so Jürgen Tunjic gewohnt offenherzig.

Steven Lindener durfte in der 3. Minute freistehend einen Freistoß von Philipp Koch einköpfen, Tunjic selbst erhöhte auf Vorlage von Miché Makomé ebenfalls allein gelassen auf 2:0 (16.). Beide Stürmer vergaben weitere Möglichkeiten, auch Linus Meyer scheiterte zweimal an Sävke. Und natürlich rächte sich dies: Lennard Bahn konterte über links, Mike Eglseder rutschte weg und in der Mitte traf Michael Sara sehenswert mit einer Direktabnahme gegen die Laufrichtung Höckers (27.).

Norderstedt investierte allerdings deutlich mehr in die Partie. Bezeichnend, wie Marius Browarczyk in der 61. Minute im Fallen gegen zwei Meiendorfer seinen Mitspieler Tillmann Grove noch steil schicken konnte – der Rechtsverteidiger konnte sich in aller Ruhe Jürgen Tunjic heraussuchen, dieser köpfte ein zum 3:1. Damit war die Begegnung entschieden. Der just eingewechselte Ivan Sa Borges Dju tat das Übrige – erst wenige Sekunden nach seiner Hereinnahme auf Vorlage von Meyer und Browarczyk, dann fünf Minuten später, als er cool vor Sävke den Ball am Keeper vorbeischieben konnte.

Die Eintracht setzte somit ein dickes Statement, dass mit ihr offenbar wieder zu rechnen ist. „Wenn wir so spielen, können wir jeden Gegner schlagen“, sagte Trainer Thomas Seeliger. Und der MSV? Die Abwehr ist mittlerweile die schwächste der Oberliga mit fast drei Gegentreffern im Schnitt. Offensiv fehlten im Vergleich mit Norderstedt Ideen und Durchsetzungsvermögen. Die Hoffnungen liegen – das bezeugte der warme Applaus bei dessen Einwechslung – auf Yiner Ronal Arboleda Sanchez. In Normalform ist dieser einer der Top-Stürmer im Hamburger Amateurfußball. Doch nach einer Verletzungspause fehlen sichtbar noch viele Prozentpunkte in Sachen Matchfitness.


Stimmen:

Thomas Seeliger (Trainer Eintracht Norderstedt):
Der Sieg war auch in der Höhe absolut verdient. Meine Mannschaft hat von Beginn an sehr gut gespielt, die ersten 25 Minuten waren wie aus einem Guss. Eigentlich hätten wir das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden können oder müssen. Wir sind auf dem richtigen Weg. Fußball muss nicht nur gespielt, sondern auch gearbeitet werden. Das haben alle getan, die heute auf dem Platz standen.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorfer SV):
In der zweiten Halbzeit haben wir alles an Attributen vermissen lassen, was zum Fußball gehört. Insgesamt war das viel zu harmlos – wieder einmal. Man sieht, wo unsere Probleme liegen. Ich denke schon, dass die Spieler begriffen haben, worum es geht. Es mangelt an der Umsetzung. Spieler müssen über 90 Minuten die Konzentration halten, das bekommen wir nicht hin.
 

Meiendorfer SV – SC Vier- und Marschlande 5:2 (4:1)

Meiendorfer SV:
Sävke – Velasco, Drast, Kaczenski, Niemeyer – Subasic (69., El-Asmer), Hercog – Facklam, Zazai (58., Bahn) – Rehr (83., Haye), Sara
SC Vier- und Marschlande: Basenau – Sampaney, Spiewak, Benson, Hackstein – Kosik, Westermann (32., Kaba), Atug – Ahmadi, Güven – Jeremias (46., Schröder)
Tore: 1:0 Hercog (4.), Facklam (13.), 2:1 Güven (17.), 3:1 Zazai (18.), 4:1 Sara (29.), 5:1 Rehr (72.), 5:2 Ahmadi (88.)
Schiedsrichter: Ehrenfort (Harksheide), mit viel Übersicht und auf ruhige Art ein ausgezeichneter Spielleiter
Beste Spieler: Sara – Güven
Zuschauer: 231

In seiner letzten Vorschau hatte der Schreiber am Ende seiner Betrachtungen zu diesem Spiel auf ein Unentschieden getippt. Denn er traute den Vierländern nach ihrem ersten Dreier gegen die Klobedanz-Auswahl des SV Lurup am vergangenen Wochenende und ihren sechs Punkten aus der letzten Spielzeit gegen die Stuhlmacher-Hörigen einiges zu.

Allein nach drei Minuten muss er erkennen, dass seine Zuversicht, soweit es die Angereisten betrifft, wohl doch nicht ganz gerechtfertigt zu sein scheint. Denn just zu diesem Zeitpunkt wühlt sich Marcin Hercog am rechten Flügel durch die nicht ganz sattelfeste gegnerische Defensive durch und darf sich seines Führungstreffers erfreuen. Knapp neun Minuten später ist es von etwa der gleichen Position Michael Sara, der mit seinem vor der Torlinie an die Latte auf- und von dort abprallenden Ball Fabian Facklan ermöglicht, das 2:0 an der Ergebnistafel aufleuchten zu lassen. Allein Ömer Güven, der einzig gute und folglich beste Mann der von Benjamin Scherner Erkorenen, der sich an alter Wirkungsstätte sichtlich wohl zu fühlen scheint, ermöglicht mit seiner präzisen Flanke von links Jerry Sampaney den Anschlusstreffer. Bereits im Gegenzug aber vermag Hamid Zazai die Assistenz von Michael Sara zum 3:1 zu nutzen. Das 4:1 hingegen verpasst Hercog nach einem Facklam-Freistoß haarscharf. Erfolgreicher aber zeigt sich bei der Realisierung dieses Vorhabens Sara, der einen groben Fehler von Patrick Westermann zielstrebig zu nutzen versteht.

Nach der Pause eine erneut gute Möglichkeit für den mit einem langen Ball geschickten Sara. Doch die Nummero 19 kommt an der Strafraumgrenze ins Rutschen und bringt nur ein Schüsschen zustande, das Keeper Patrick Basenau dennoch vor letztlich aber gelöste Probleme stellt. Nun scheinen die Meiendorfer sich mit ihrem Tagewerk zufrieden geben wollen, und lassen auch mal die aus dem Hamburger Osten Kommenden ran. Allein nach einem Güven-Pass auf den einstigen Vicky-Akteur Argentin Kaba stellt sich diesem noch ein MSV-Bein in den Weg, ansonsten ist es Tobias Sävke, der ohne große Mühen die Anstrengungen des Tabellen-Siebzehnten zu Nichte machen kann. Das 5:1 18 Minuten vor Ende Partie geht auf das Konto von Felix Rehr, der die Vorlage des eingewechselten Lennard Bahn zu seinem vierten Punktspieltreffer dieser Saison verwendet. Das ergebniskosmetische 2:5 des von Kaba bedienten Sandjar Amadi nehmen beide Seite nahezu nur noch regungslos zur Kenntnis.

Am kommenden Sonntag aber wird es wieder ernst für die Gelb-Schwarzen, wenn sie den ungebührlich weiten Weg nach Buchholz in der Nordheide anzutreten haben. Benjamin Scherner und die Seinen hingegen dürfen Paloma empfangen und hoffen, eine gleich couragierte Leistung erbringen zu können, wie sie die Vorgängermannschaft an der Brucknerstraße am 18. Mai bis zur 88. Minute und einer 2:1-Führung erbracht hatte. Die zwei Gegentreffer in der 89. und der 90. aber sollten tunlichst im dortigen Erinnerungsvermögen zwischenzeitlich gelöscht sein.

Stimmen:

Benjamin Scherner (Trainer V&M):
Dass wir bereits nach drei Minuten das erste Tor kassieren mussten, war für uns quasi bereits der Genickbruch. In der letzten Woche hatten wir gegen Lurup unseren ersten Sieg eingefahren. Darauf wollten wir eigentlich aufbauen. In der zweiten Halbzeit hat der Gegner nur noch seinen Stiefel runter gespielt, die kann man deshalb nicht mehr so richtig bewerten.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Ich glaube, wir können das Ergebnis gut einordnen, obwohl es recht deutlich war. In der zweiten Halbzeit hat mir aber unser Zweikampfverhalten nicht mehr so gut gefallen. Da haben wir unsere Torchancen nicht mehr so gut genutzt, sonst hätten noch zwei, drei Treffer mehr für uns fallen müssen. Dass wir in den zweiten 45 Minuten auch dem Gegner Möglichkeiten eröffnet haben, missfällt mir absolut. Wir müssen mithin weiter daran arbeiten, die Fehlerquote gering zu halten.

 

 

Meiendorfer SV – VfL Pinneberg 2:2 (1:0)

Meiendorfer SV:
Sävke –Appiah, Hoffmann (67. Subasic), Drast (73. Rehr), Kaczenski – Hercog (60.Haye), Niemeyer, Zazai – Facklam, Sara - Bahn
VfL Pinneberg: Steen – Knottnerus (46. Dora), Zimmermann (88. Müller), Swennosen, S. Hayran – Kaplan, Maksimovic – T. Hayran, Eggers (70. Badermann), Ünlü - Koster
Tor: 1:0 Sara (29.), 1:1 Dora (48.), 1:2 Ünlü (69.), 2:2 Sara (81.)
Schiedsrichter: Ladiges (FC St. Pauli), ohne Fehl und Tadel, obwohl eine Abseitsentscheidung beim vermeintlichen 1:3 die Kritik des Pinneberger Trainers hervorrief
Beste Spieler: Facklam, Sara, Zazai – Kaplan
Zuschauer: 238

Nach 14 gemeinsamen Spielzeiten auf Hamburgs höchsten Fußballlevel sowie deren zwei zu Beginn dieses Millenniums in einer der "echten" Oberligen trafen sich Meiendorfer und Pinneberger an diesem Samstagmittag zum 33. Punktspiel auf einem der schönsten Hamburger Amateurplätze an der B 75. So, wie es die weiter unten angeführte kleine Statistik zum Ausdruck bringt, verlief dann auch diese, recht ansehnliche, Begegnung, nämlich weitgehend ausgeglichen und folglich mit einem gerechten Ergebnis.

Zunächst sind es die Gäste, denen sich zwei Freistoßchancen bieten. Allein Sonay Hayran verfehlt zunächst das Ziel um ein Geringes und legt beim zweiten Freekick Torwart Tobias Sävke den Ball passgenau in dessen ausgebreitete Arme. Auf der anderen Seite vermag Lennard Bahn, obwohl in aussichtsreicher Position, eine präzise lange Vorlage nicht angemessen zu nutzen. Nach gut 20 Minuten ist es dann der sehr einsatzfreudige Fabian Facklam, der Jonas Kaczenski mit einem überlegten Zuspiel ein, wenn auch erfolgloses, Durchstarten ermöglicht. Dennoch prägen die Platzeigner mehr und mehr den Verlauf der Partie und werden nach einer halben Stunde auch belohnt. Kaczenski setzt sich auf dem linken Flügel durch, bedient den mittig postierten Michael Sara vorzüglich und ermöglicht ihm so den keineswegs unverdienten Führungstreffer. Fünf Minuten danach ist es auf der rechten Seite Hamid Zazai, der sich als Sara-Assistent bewährt, nur diesmal streicht dessen Schuss knapp am langen linken Pfosten vorbei. Auch der von Marcin Hercog in Szene gesetzte Facklam zielt kurz vor dem Pausenpfiff ein wenig daneben.

Drei Minuten nach Wiederaufnahme der Partie und augenscheinlich richtigen Kabinen-Worten von Pi-Coach Michael Fischer aber der Ausgleich. Der just eingewechselte Lennart Dora vermag bei einem Eckstoß von Jan Eggers ziemlich unbedrängt per Kopf das 1:1 zu markieren. Nicht ganz schuldlos darf sich in Minute 69 der ansonsten eigentlich recht solide spielende vormalige Dassendorfer Mathias Drast fühlen, da er es ist, der mit einem missglückten Kopfball Can Ünlü den Führungstreffer ermöglicht. Nur logisch, dass jetzt die Gäste wiederum den Gelb-Schwarzen weitgehend das Geschehen auf dem Geläuf überlassen und sich auf Konter beschränken. Einer davon führt dann auch zu einem Freistoß und einem vermeintlichen Torerfolg. Alleine der sehr aufmerksame Referee schien ein passives Abseits erkannt zu haben, das dabei aktiviert wurde. Ein Glück für die Meiendorfer, welches sie dann auch zu nutzen wissen. Zazai mit seinem Eckball auf Sara per Header sorgen knapp zehn Minuten vor dem "final whistle" für den alles in allen gerechten 2:2-Endstand, da Bahn überhastet eine weitere Chance vergibt und Saras Distanzschuss in der Schlussminute über das horizontale Gebälk streicht.

Ein aktuelles Torverhältnis von 14:16 zeigt einerseits, dass in den Spielen des MSV immer was los ist, deutet aber auch daraufhin, dass die "Stuhlmacher" sowohl ganz oben im Tableau dabei sein, aber genau so gut ihr derzeitiges Dasein unterm Strich fristen könnten. Von den Gästen hingegen war der Schreiber insofern enttäuscht, als er gespannt war auf deren blondem Goalgetter Thomas Köster. Allein von ihm war über 90 Minuten rein gar nichts zu sehen.


Die MSV-Bilanz gegen die Pinneberger:
33 Spiele – 12 Siege – 8 Remis – 13 Niederlagen – 51:49 Tore


Stimmen:

Michael Fischer (Trainer Pinneberg):
Wir haben hier und heute gegen eine Mannschaft, die, wie ich finde, weitaus besser ist, als es ihr Tabellenplatz aussagt, einen Punkt geholt. Aufgrund unserer besseren zweiten Halbzeit meine ich, dass er auch verdient ist.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Wir haben im ersten Spielabschnitt gute Möglichkeiten gehabt, die wir aber wieder einmal nicht genutzt haben. Mit der Art und Weise, wie dann die Gegentore gefallen sind, kann ich einfach nicht einverstanden sein. Insbesondere an der Abstellung der erneut aufgetretenen individuellen Fehler müssen wir arbeiten. Für mich steht fest, dass meine Mannschaft zurzeit einfach nicht besser ist, als es ihr derzeitiger Tabellenstand zum Ausdruck bringt.

 

SC Condor – Meiendorfer SV 1:0 (0:0)

SC Condor:
Kleinschmidt – Twardawa, Anders, Krohn, Cayir – Neumann (76. Werwath), Pawletta – Jawla, Eren, El-Nemr (37. Theis) – Roschlaub (74. Mandel)
Meiendorfer SV: Sävke – Hoffmann (63. Appiah), G. Subasic, Drast, Kaczenski – Niemeyer, F. Gasde (72. Zazai) – Facklam, Sara, Rehr (61. Haye) – Bahn
Tore: 1:0 Roschlaub (47.)
Besondere Vorkommnisse: Niemeyer (MSV) scheitert mit Foulelfmeter an Kleinschmidt (60.)
Schiedsrichter: Jan Clemens Neitzel (Eintr. Norderstedt): Souverän und gut! Hatte auch mal einen passenden Spruch auf den Lippen und ließ viel laufen.
Beste Spieler: Kleinschmidt, Eren, Krohn – Sävke, Facklam
Zuschauer: 190 Zahlende

Schon von weitem strahlt einem das satte Grün entgegen, der Rasen am Berner Heerweg ist wirklich eine wahre Augenweide. Da gibt es nur ein Problem – das Bezirksamt baut eine neue Tartanbahn und Baumaterial und diverse Paletten versperren den Weg. Also musste bei bestem Fußballwetter (heute morgen waren es noch angenehme 21 Grad) auf dem Grandplatz ausgewichen werden. „Wir wollen uns perfekt auf nächste Woche bei Paloma vorbereiten“, scherzte Matthias Bub zum Anwesenden Marco Krausz, aber das Lachen war gequält. Denn natürlich hätten alle lieber „richtigen“ Fußball gespielt.

Davon konnte auf dem gut gewässerten roten Geläuf keine Rede sein, die erste Halbzeit war ein Bolzfestival. Beide Teams hatten große Mühe, den (ver)springenden Ball unter Kontrolle zu bekommen. Pro Seite gab es denn auch nur eine Chance zu verzeichnen: Fabian Facklam mit einem sehenswerten Kracher aus 18 Metern über die Latte (13.) und Mehmet Eren (nach einem Befreiungsschlag von Max Anders vom eigenen Elfmeterpunkt) aus halbrechter Position mit einem versuchten Heber über Keeper Tobias Sävke hinweg, aber der fischte sich das Leder gerade noch so herunter (29.).

Nach dem Seitenwechsel war dann aber deutlich mehr Zug in der Partie. Der von seiner Verletzung aus dem Norderstedt-Spiel gut erholte Nils Roschlaub setzte sich im Strafraum energisch durch, nahm dabei allerdings (für den Schiri nicht sichtbar) geschickt die Hand mit zur Hilfe, und donnerte die Kugel mit links aus wenigen Metern unter die Latte zum 1:0 (47.). Der „Fußballgott“ also wieder dabei – und schon klingelt es wieder. Wie schmerzlich er doch in Lurup vermisst wurde... Dafür mussten die Raubvögel heute auf Carlos Flores verzichten, der sich an der Flurstraße eine Zerrung eingehandelt hatte. Auch Pascal El-Nemr dürfte demnächst leider fehlen. Der junge Nachwuchskicker knickte auf dem ungeliebten Grand um und musste von Gene Carlson mit dick bandagierten Knöchel vom Platz getragen werden.

Der MSV, heute in knallroten Trikots und Hosen, antwortete prompt: Wieder Facklam mit einem Hammer aus über 20 Metern, aber Sascha Kleinschmidt lenkt den Ball mit einer Wahnsinnsparade an den Pfosten (58.). Nur 40 Sekunden später die nächste Ausgleichschance. Nach Flanke von Hannes Niemeyer köpfte Mathias Drast nur Zentimeter am Tor vorbei. Die Stuhlmacher-Elf drängte immer mehr und nach einem Foul von Max Anders an Michael Sara gab es Strafstoß für die Gäste (Ehlert: „Da müssen wir nicht diskutieren, ein klarer Elfer“). Kapitän Niemeyer übernahm Verantwortung, scheiterte mit seinem halbhoch geschossenen Penalty aber am erneut glänzend reagierenden Kleinschmidt (60.). Glück also für die Raubvögel, die sich nun wieder aus der Umklammerung befreien konnten und selbst gefährliche Aktionen nach vorne entwickelten.

Jan Pawletta setzte sich zweikampfstark im Strafraum durch und legte quer zu Lamin Jawla, aber der schob das Leder dem direkt vor ihm auftauchenden Sävke quasi in die Arme (66.). Roschlaub hatte zwei Meter weiter frei gestanden und wedelte quasi mit seinem Trikot, um den Ball zu bekommen. Vergeblich. Es folgten zwanzig Minuten Leerlauf, erst in der Schlussphase wurde es wieder hektisch. Mike Theis angelte sich an der Außenlinie gekonnt den Ball, tanzte seinen Gegenspieler aus und bediente Neuzugang Moritz Mandel, der sich am Fünfmeterraum ebenfalls gut durchsetzte und Sävke zu einer Glanztat zwang (86.). In der Nachspielzeit dann doch noch fast der nicht unverdiente Augleich, als Sylt-Urlauber Mike Appiah aus acht Metern mit der Pike abzieht („Mit Vollspann wäre der Ball in den Himmel gegangen, also habe ich gedacht, Hauptsache irgendwie aufs Tor“), aber „Katze“ Kleinschmidt reaktionsschnell mit dem Fuß in der kurzen Ecke.


Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1956): 63 Spiele, 29 Siege, 8 Remis, 26 Niederlagen, 99:107 Tore

62/63: 1:2 / 2:0 Bezirksklasse Ost
64/65: 3:1 / 0:2 Bezirksliga Walddörfer
65/66: 1:1 / 2:1 Bezirksliga Walddörfer
66/67: 0:0 / 0:6 Bezirksliga Walddörfer
67/68: 1:0 / 3:1 Bezirksliga Walddörfer
68/69: 2:0 / 2:0 Bezirksliga Walddörfer
69/70: 4:1 / 0:2 Bezirksliga Walddörfer
72/73: 1:2 / 0:1 Amateurliga Hammonia
73/74: 1:0 / 0:1 Amateurliga Hammonia
74/75: 1:2 / 1:0 Amateurliga Hammonia
75/76: 5:0 / 2:1 Amateurliga Hansa
76/77: 2:1 / 2:1 Amateurliga Hansa
77/78: 1:3 / 1:2 Amateurliga Hansa
78/79: 2:1 / 2:0 Landesliga Hansa
79/80: 3:4 / 1:4 Landesliga Hansa
80/81: 1:0 / 0:1 Landesliga Hansa
82/83: 2:1 / 0:3 Landesliga Hansa
83/84: 2:0 / 0:4 Verbandsliga
91/92: 1:3 / 4:2 Verbandsliga
92/93: 3:3 / 4:2 Verbandsliga
93/94: 3:3 / 0:1 Verbandsliga
94/95: 0:1 / 2:1 Verbandsliga
97/98: 3:0 / 2:2 Verbandsliga
98/99: 2:4 / 1:0 Verbandsliga
01/02: 0:4 / 1:5 Verbandsliga
06/07: 1:1 / 3:3 Hamburg-Liga
07/08: 1:0 / 0:5 Hamburg-Liga
08/09: 0:1 / 1:4 Oberliga Hamburg
09/10: 2:1 / 3:6 Oberliga Hamburg
10/11: 2:2 / 3:1 Oberliga Hamburg
11/12: 4:1 / 0:2 Oberliga Hamburg
12/13: 1:0 / --- Oberliga Hamburg


Stimmen:

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorfer SV):
Selbst ein Punkt wäre hier heute eigentlich zu wenig gewesen. Wenn ich auf meinen Zettel gucke, hatten wir sieben gut verwertbare Chancen und da ist der verschossene Elfmeter noch nicht mal dabei. Das ist wirklich ärgerlich, da zahlen wir noch sehr viel Lehrgeld. Ich hoffe sehr, dass unsere Verletzten bald wieder alle an Bord sind. Und dann werden wir auch wieder Tore schießen.

Meik Ehlert (Trainer SC Condor):
Das war von uns heute nur ein mittelmäßiges Spiel, ich war mit vielen Bereichen nicht zufrieden. Wir haben zu viele Chancen für Meiendorf zugelassen. Über 90 Minuten gesehen daher vielleicht ein etwas glücklicher Sieg, aber nicht zwingend unverdient. Nach der Pleite letzte Woche in Lurup, wo wir das bessere Team waren, bin ich natürlich glücklich, heute mal einen „dreckigen Sieg“ eingefahren zu haben.

 

Meiendorfer SV – Altonaer FC 93 3:2 (1:1)

Meiendorfer SV:
Sävke – Gasde, Hoffmann, Subasic, Kaczenski – Facklam, Niemeyer, Hercog (64., Raschidy) – Bahn (90. + 1., Haye, frisch von Sylt kommend), Rehr (77., Appiah, Ex-Sylt) - Sara
Altonaer FC: Lastro – Hadid, Heitbrock, Ngole, Kappler – Kamalow (84., Straub), Lipke – Thiessen – Jaoudat (57., Gyimah), Winkel – Akgül
Tore: 1:0 Sara (18.), 2:0 Rehr (26.), 2:1 Thiessen (63.), 2:2 Akgül (71.), 3:2 Sara (80.)
Schiedsrichter: Krüger (Eintracht 03 Norderstedt), mit einwandfreier Leistung, es sei denn, das zum ersten Platzverweis führende Handspiel erfolgte innerhalb des Strafraumes, wie mancher Zuschauer es gesehen haben will.
Rote Karten: Lastro (3., Handspiel außerhalb des 16ers), Heitbrock (88., Grobes Foulspiel)
Beste Spieler: Facklam, Sara - Akgül
Zuschauer: 312

Wie der Hafo-Kollege Andreas Killat im zu diesen Seiten gehörenden Forum akribisch eruiert und aufgelistet hat, konnten die heutigen Gäste aus Altona den Meiendorfern seit 2002 in insgesamt acht Spielen kein einziges Pünktchen mehr entlocken, sofern die Letzteren Heimrecht hatten. Die letzte Klatsche an der B 75 ist gerade mal vier Monate alt und fiel überdies mit einem 0:5 überaus deftig aus. Doch diesmal schienen die Auguren für die Gäste günstig, schließlich hatten die MSVer ihre beiden bisherigen Heimspiele punktlos beendet und die 93er wurden bei nahezu sämtlichen Expertenprognosen dem Kreis der Favoriten zugeordnet.

Doch bereits nach drei Minuten bekommt die Zuversicht einen Dämpfer, sofern sie den Angereisten gilt. Der weitgehend unbekannte Ersatztormann Boris Lastro – Stammhüter Kindler konnte angeschlagen nur auf der Bank Platz nehmen – muss bei der ersten Erfolg versprechenden Attacke der Gelb-Schwarzen sein Bewachungsobjekt verlassen, überschreitet dabei offenbar die Strafraumgrenze und berührt unzulässiger Weise den Ball mit der Hand. Der Platzverweis ist die unabwendbare Folge. Kein Altonaer hatte zuvor wohl an eine solche Möglichkeit gedacht, folglich steht Marcel Kindler nur als "ETW" auf der Spielerliste. So muss also ein Feldspieler den Kasten ausfüllen, und die Wahl fällt auf Andreas Kappler. Zwar macht sich der Verlust eines Mannes nicht sogleich bemerkbar, doch nach und nach scheinen die Einheimischen Übergewicht zu erlangen. Hüben Fabian Facklam, drüben Dennis Thiessen zielen zwar noch vorbei, doch dann vermag sich Facklam auf der rechten Seite, wo ja nun der allgemein zuverlässige Kappler fehlt, durchzusetzen und Michael Sara zu bedienen, der per Flachschuss den Führungstreffer für seine Farben erzielt. Fast im Gegenzug ein nur um Weniges zu hoch angesetzter Lupfer von Stefan Winkel über Sävke hinweg, danach zwei gute Aktionen vom Keeper wider Willen gegen Sara und Lennard Bahn. Fast in den Pausenpfiff hinein erneut Facklam auf rechts, der mit erneut gelungenem Zuspiel Felix Rehr das 2:0 ermöglicht.

Doch statt dass die Stuhlmacher-Elf nun nachlegt, lässt sie die Gäste weitgehend gewähren. So muss und kann dann Sävke einem Schuss des eingewechselten, gerade gleichfalls der Insel entfleuchten, Franzis Gyimah (Zuspiel: Benjamin Lipke) seine volle Aufmerksamkeit widmen, ehe er gegen einen Thiessen-Freistoß aus 20 Metern in die rechte untere Ecke doch den Kürzeren zieht (63. Minute). Nur acht Minuten danach die vielleicht schönste Kombination des gesamten Spiels. Querpass von Thiessen auf den links postierten Winkel, der wiederum in die Mitte zu Sezgin Akgül, welchem alsdann der durchaus verdienten Ausgleichtreffer gelingt. Nur wenig später ist es nochmals Gymiah, der mit seinem Marsch von der Mittellinie durch die Meiendorfer Instanzen diese in Schwulitäten bringt. In der 80. aber ein Ende mit der Altonaer Herrlichkeit. Sara gewinnt einen Zweikampf gegen Ngole Ndame, kommt ins Stolpern und sein Schüsschen holpert am herausstürzenden und sich verschätzenden Kappler vorbei über die Torlinie. Ein Glückstreffer zweifellos, der gegen einen gelernten Goalie möglicher Weise nicht passiert wäre. Höchst überflüssig auch das Frustfoul von Kevin Heitbrock kurz vor dem Abpfiff an Facklam.

Nun drei Punkte sind drei Punkte werden sich nach den 90 Minuten die Meiendorfer vermutlich gesagt haben, zumal es am kommenden Wochenende zum Nachbarschaftsduell gegen zurzeit sehr konstante Condoraner gehen wird. Altona hingegen wird es mit Paloma zu tun bekommen, und die sind nach Kenntnis des Schreibers nun keine Angstgegner der 93er.



Die MSV-Bilanz gegen Altona 93:
27 Spiele – 13 Siege – 5 Remis – 9 Niederlagen – 48:40 Tore

Stimmen:

Oliver Dittberner (Trainer Altona 93):
Glückwunsch an Meiendorf. Ich meine, wir haben ein recht interessantes Spiel gesehen, insbesondere die zweite Halbzeit war unterhaltsam. Nach der ersten Roten Karte haben wir uns eigentlich recht schnell gefangen, haben auch Chancen herausgespielt, ohne sie allerdings nutzen zu können. Trotz des in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kassierten zweiten Treffes sind wir im zweiten Spielabschnitt durch eine gute Leistung wieder ins Spiel zurück gekommen. Natürlich ist die Mannschaft enttäuscht darüber, von hier nicht mitnehmen zu können. Allein ihr heutiges Auftraten über weite Strecken des Spiels lässt für die Zukunft durchaus hoffen.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorfer SV):
Mit dem Ergebnis des Spieles bin ich natürlich zufrieden. Mit dem Verlauf der ersten Halbzeit nur bedingt, weil wir immer noch viel zu viele Möglichkeiten für den Gegner zulassen. Obwohl wir mit einem 2:0 relativ verdient in die Halbzeitpause gegangen sind, hat mich der zweite Spielabschnitt überhaupt nicht zufrieden stellen können. Großes Lob aber für Altona, die noch was erreichen wollten, was ganz klar zu spüren war. Wir haben hingegen viel zu wenig dagegen gehalten, waren viel zu passiv und haben nichts investiert. Das entsprach natürlich überhaupt nicht meiner Ansage. So war der Sieg gegen nur zehn Spieler eigentlich nur glücklich, gegen einen kompletten Gegner hätte es möglicher Weise nicht gereicht.  

 

 

 Meiendorfer SV – TuS Germania Schnelsen 3:4 (1:3)

Meiendorfer SV:
Sävke – Gasde, Subasic, Hoffmann, Facklam – Hercog, Niemeyer, Raschidy (49., Sara) – Kankam, Bahn - Rehr
TuS Germania Schnelsen: Tholen – Mankumbani, Maurer, Trefzger, Aktan – Dönmez (84., Gebauer), Theißen, Boock (67., Nunez Gasparevic) – Nadler, Rahn – Akbel (81., Chmielewski)
Tore: 0:1 Akbel (4.), 1:1 Kankam (23.), 1:2 Boock (26.), 1:3 Nadler (40.), 1:4 Dönmez (47.), 2:4 Bahn (55.), 3:4 Subasic (70.)
Schiedsrichter: Krohn (TSV Reinbek), gab für Negatives keine Veranlassung
Beste Spieler: Sävke, Hercog – Tholen, Theißen
Zuschauer: 223


Es ist schon über alle Maßen erstaunlich, was die "Stuhlmacher" in dieser Saison zu bieten haben. Einer desaströsen Abwehrleistung gegen just aufgestiegene BU-Männer folgte ein Pokalerfolg gegen immer noch stark – inzwischen relativiert – erscheinende 85er. Völlig von der Rolle präsentierte sich die Mannschaft wiederum beim Emporkömmling Bramfelder SV. Gegen heimstarke Curslacker hingegen gelang es Marcin Hercog (21.) und Michael Sara (72.) mit ihren Treffern den haushohen Favoriten aus dem gut dotierten Cupwettbewerb zu befördern. Fast scheint es, als wenn es die jungen Meiendorfer noch nicht gelernt haben, mit Erfolgserlebnissen angemessen umzugehen. Ihrem in der Vorsaison so erfolgreichen Trainer jedenfalls werden auch weiterhin dankenswerte Aufgaben en masse ins Haus stehen.

Das zeigt auch ein Blick auf den Mannschaftsbogen beim Auflaufen der Gelb-Schwarzen. Mit Jonas Kaczenski und Michael Sara fehlen gleich zwei Akteure aus der gedachten Formation. An deren Stelle treten Abdul Sheriff Kankam und Dauersubstitut Lennard Bahn mit der Folge, dass nur noch Daniel Velasco Trujillo neben Ersatztormann Mirko Brandt für die Bank übrig bleibt. Dann auch noch das: In Minute Vier rutscht Marcel Hoffmann im 16er aus, kommt zu Fall und legt dabei geradewegs den Ball auf die Füße von Yusuf Akbel, der sich mit dem 0:1 artig bedankt. Allein der Schreck lähmt die MSVer nur kurzzeitig, auch wenn Lennard Bahn die eigentlich gut getimte Flanke von Fabian Gasde nicht ganz erreicht und sich keiner findet, der die Hereingabe von Felix Rehr in Empfang nehmen will. Doch es zeigt sich bereits jetzt, dass auch die germanische Defensive keineswegs sattelfest zu sein scheint. Was sie dann auch in der 23. Minute beweist, als sich kein Gast bereitfindet, Kankam an der bahnschen Ballannahme und am Torschuss zum Ausgleich zu hindern. Doch der nächste Treffer lässt nur drei Minuten auf sich warten. Dafür verantwortlich zeichnet Germaniens Vincent Boock nach erneuten Irritationen in der heimischen Abwehr. Auch beiden Torleuten bieten sich durchaus Gelegenheit zur Präsentation wie André Tholen gegen Bahn und Tobias Sävke gegenüber Akbel, wobei der MSVer Kopf und Kragen riskiert. Zwischen der 36. und 40. Minute schließlich auch mal der heute eher unauffällige Björn Nadler. Zunächst mit einem reichlich hoch angesetzten Distanzschuss, danach am Ende eines Zusammenspiels von Akbel über Boock zum Halbzeitstand von 1:3. Allgemeine Meinung beim gut gekühlten Pausenbier: "Es werden noch mehr Treffer fallen".

Wie Recht Volkes Meinung haben soll, beweist kurz nach Wiederanpfiff Tamer Dönmez, auf langen Umwegen wieder bei Trainer Bert Ehm gelandet, als er nach Boock-Anspiel Fabian Facklam aussteigen lässt und ganz cool in den mittigen Sävke-Kasten zielt und trifft. Das 2:4 lässt nur acht Umdrehungen des Sekundenzeigers auf sich warten. Rehr zu dem doch noch eingewechselten Michael Sarah, der alsdann Bahn Vollzug melden lässt. Der Anschlusstreffer schließlich darf als Verdienst von Marcin Hercog betrachtet werden, welcher einen Freistoß aus 18 Metern an den linken Innenpfosten setzt, von wo er auf Tholen abspringt und schließlich dem aufgerückten, zurückgebliebenen Zwilling, Gabriel Subasik relativ mühelos den Torerfolg ermöglicht. Doch weitere treffermäßige Erfolge bleiben den nun unermüdlich angreifenden Platzeignern versagt, weil Tholen erneut großartig gegen Sara reagiert und ein weiterer Freekick von Hercog knapp über das Ziel hinweg segelt.

Wer gerne torreiche Spiele sieht, dem seien zurzeit die Meiendorfer Punktspiele wärmstens ans Herz gelegt. Nach fünf Treffern gegen BU, dann deren sechs in Bramfeld und nun gar sieben im heutigen Match. Fußballherz, was willst Du mehr? Übrigens: Der MSV muss am kommenden Wochenende zur Cup-Revanche an die Sander Tannen. Was den Germanen hingegen am vierten Spieltag widerfahren wird, dürfte weitgehend von dem abhängen, was Marco Krausz, seines Zeichens Trainer von Paloma, beim heutigen Spiel als aufmerksamer Beobachter aufgefallen ist. Sicherlich nicht wenig.


Punktspiel-Statistik ab 1945 aus der Sicht des Gastgebers:
21 Spiele – 9* Siege – 2 Remis – 10 Niederlagen – 42:47 Tore

* In der Saison 1973/74 wurde ein 1:1 in ein 5:0 zu Gunsten Germanias umgewertet wg. Einsatzes eines nicht spielberechtigten Meiendorfer Akteurs.


Stimmen:

Bert Ehm (Trainer Germania):
Wenn wir 4:1 führen und eigentlich die Tendenz haben, den Gegner abzufiedeln, statt dessen aber noch zwei komische Treffer einfangen, dann kann ich damit nicht zufrieden sein. Vom Personal her gibt es aber leider keine Lösung für kaputte Spieler wie beispielsweise Ferck, der noch mehrere Wochen auf Krücken gehen muss. Aber ich will nicht jammern, und wir müssen versuchen, irgendwie über die nächsten Wochen zu kommen.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Vordringliche Aufgabe bei uns muss es sein, den Kader aufzustocken. Denn wenn man bei solchen Temperaturen wie heute nur eine Auswechselmöglichkeit hat und einen Verletzten durch einen anderen ersetzen muss, dann kann das einfach nicht im Sinne des Erfinders sein. Ich kann mich da nur wiederholen. Das ist nicht mein Anspruch, das kann auch nicht der des Vereins sein. Wenn der insoweit nicht tätig wird, werden wir jedenfalls ganz, ganz große Probleme haben. Dass wir aber ein Spiel, wie das heutige, verlieren, lag nicht allein an den wenigen Spielern, die uns heute zur Verfügung standen, sondern auch an den individuellen Fehlern. Trotzdem hatten wir unsere Chancen, und die Germanen waren heute alles andere als die bessere Mannschaft. Wir haben unsere Möglichkeiten durchaus heraus gespielt, so wie wir es vorhatten, aber sie nicht genutzt. Das tut dann doppelt weh.
 

 

 Bramfelder SV – Meiendorfer SV 4:2 (2:1)

Bramfelder SV:
Tabor – Westpahl, Tetzlaff, Sendel (46., Simon), Schakir – Schulz, Yasar (60., Szyszkowski), Henning – Schwarck, Vespermann, Akyörük (75., Qasem)
Meiendorfer SV : Sävke – Hoffmann, Niemeyer, Subasik, Facklam – Hercog, Raschidy, Zazai – Rehr (46., Gasde), Sara - Bahn
Tore: 1:0 Akyörük (10.), 2:0 Vespermann (18.), 2:1 Zazai (42.), 3:1 Henning (58., Foulelfm.), 4:1 Akyörük (74.), 4:2 Niemeyer (78., Foulelfm.)
Schiedsrichter: Stello (SC Egenbüttel), beide Strafstoßsituationen stellten sich nicht unbedingt zwingend dar.
Beste Spieler Henning, Schwarck, Akyörük - Hercog
Zuschauer: >ca 150

Der Schreiber will es gerne zugeben: Er war nicht zur Ellernreihe gepilgert, um die Platzherren näher in Augenschein zu nehmen, sondern vielmehr um dem ersten Meiendorfer Dreier beizuwohnen. Schließlich hatte er es versäumt, den für ihn überraschenden Cuperfolg an der B 75 gegen in Niendorf noch spielstarke 85er am vergangenen Dienstag mitzuerleben. Doch, anders als erwartet, bekam er nur eine Mannschaft zu sehen, die ein recht ordentliches Spiel ablieferte, und die hieß Aufsteiger Bramfelder SV, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass die Gäste ohne ihren verletzten Yiner Ronal Arboleda Sanchez auskommen mussten, dessen Fehlen sich vor allem im Spiel nach vorne bemerkbar machte.

So sorgen denn die Bramfelder schon nach sieben Minuten für die erste gefährliche Situation durch Mannschaftsführer Carsten Henning nach einem Eckstoß. Drei Minuten später bereits das 1:0. Dafür verantwortlich zeichnet auf der rechten Seite Ömer Akyörük, der nach einem Pass von Marcel Schwarck mutterseelenallein (wo ist Fabian Facklam?) auftaucht. Es muss schon mehr als eine Viertelstunde vergehen, ehe Lennard Bahn als erster der Gäste einen, wenn auch zu hoch angesetzten, Torschussversuch unternimmt. Wie es besser geht, demonstriert hingegen kurz darauf der gleichfalls unbewachte Dustin Vespermann, als er, nahezu unbehindert, einen langen Schwarck-Ball neben Tormann Tobias Sävke im dessen Gehäuse versenkt. Danach auch mal wieder die Gäste. Nur BSV-Tormann Patrick Tabor erweist sich als gut postiert bei einer Aktion von Marcin Hercog sowie einem Header von Michael Sara in der 23. Minute und braucht gleich darauf nicht einzugreifen, da dessen Freistoß aus 22 Metern über die Querlatte streift. Auch dem Kopfballversuch von Gabriel Subasic nach einer Ecke wird kein Erfolg beschert. Gleichfalls erfolglos nach 32 Minuten nun aber auch Vespermann, der erneut völlig freistehend vom Penaltypoint verzieht. Schließlich aber noch der Anschlusstreffer und Hoffnung für die MSVer drei Minuten vor dem Pausenpfiff durch Hamid Zazai, der aus 22 Metern abzieht und die Kugel in den Winkel setzt. Felix Rehr hingegen, gegen BU zweifacher Schütze, bringt nur ein harmloses Schüsschen in die Arme des BSV-Keepers zu Stande.

Nach einer einsatzfreudigen Subasik-Aktion im Strafraum sieht sich Schwarck auf dem Hosenboden sitzen, die Elferchance nutzt Henning sicher. Auch danach ergeben sich gute Möglichkeiten hüben wie drüben. Vespermann aber lässt nach einem Subasik-Fehler Konzentration vermissen, Zazai hingegen scheitert an einem Defensivbein. Akyörüks im zweiten Versuch gelungene Einzelleistung sorgt eine Viertelstunde vor Ende der Partie für das 4:1, das nur noch durch einen von Hannes Niemeyer verwandelten Strafstoß nach einem harten Tackling an Hercog ein wenig gemildert werden kann. Denn weder der Versuch von Bramfelds Kai Schakir, das eigene Gehäuse zu treffen, noch ein Hinterkopfball von Sara bringen etwas ein. Ihren gelungensten Spielzug über drei, vier Stationen demonstrieren die heute in Rot spielenden Gelb-Schwarzen kurz vor dem endgültigen Abpfiff, allein er endet in den Armen von Torhüter Tabor.

Sechs Punkte aus zwei Spielen sowie Tabellenzweiter hinter Elmshorn und vor Altona sind schon ein unglaublicher Auftakt für die Brüning-Auswahl, die sie nun auch wohl hoffnungsvoll am nächsten Sonntag zur Brucknerstraße fahren lässt. Was die Meiendorfer hingegen betrifft, dürfte die Vermutung, dass ihrem Trainer eine Kopfschmerzen bereitende Woche bevorsteht, nicht ganz von der Hand zu weisen sein. Denn am Dienstag zum Pokalspiel nach Curslack und vier Tage später Germania Schnelsen zu Besuch dürften doch wohl echte Hammerpartien sein.



Stimmen:

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Wer sich nicht an die taktischen Vorgaben hält und hinten so offen steht, obwohl eingehend angesprochen wurde, wie der Gegner spielt, und wenn auch überdies alles eintritt, wovor man gewarnt wurde, der muss sich nicht wundern, dass die Leistung sich dann auch nicht als oberligareif erweist.

Hardy Brüning (Trainer Bramfeld):
Ich hatte ja schon vor Beginn der Saison festgestellt, dass das Auftaktprogramm uns entgegenkäme. Wir müssen jetzt jeden Punkt mitnehmen, den wir irgendwo und irgendwie ergattern können. Das Spiel hätte sicherlich besser von uns gestaltet werden können, aber das Gute ist, dass die Mannschaft im Moment die wenigen Chancen, die sie hat, zu nutzen versteht. Wir wollen auch weiterhin versuchen, Punkte zu sammeln, um die notwenige Zahl für den Nichtabstieg zusammen zu bekommen. 

 

 

 

2. Runde



vs.



Meiendorfer SV – FC Bergedorf 85 3:2 (2:1)

Meiendorfer SV: Sävke – Hoffmann, Niemeyer, G. Subasic, Facklam – Hercog, Raschidy – Rehr, Sara, Arboleda Sanchez – Bahn (61. Zazai)
FC Bergedorf 85: Werth – Urdin, Metzler, Özdemir, Otremba (87. Wiederhold) – Schmer, Bugrov – Kunath, Mahrt, Filipe Dias (55. Ballach) – Akyol (67. Saaba)
Tore: 1:0 Niemeyer (36., HE), 2:0 Otremba (41., ET), 2:1 Filipe Dias (43.), 3:1 Hercog (82.), 3:2 Kunath (85., FE)
Schiedsrichter: Ralph Vollmers (FSV Geesthacht): Seine Sprache verstehen die Spieler!
Beste Spieler: Hercog, Sara – Werth, Schmer
Zuschauer: 230

Eine flotte Partie erlebten die Fans am Dienstagabend im schmucken Meiendorfer Stadion. Vor allem die Gäste aus Bergedorf wussten durch gefällige Kombinationen und viel Tempo zu gefallen (hatten andererseits aber vor allem hinten einige Unsicherheiten), der MSV hielt mit Einsatz und Laufbereitschaft dagegen. In der Anfangsviertelstunde vertändelten Hannes Niemeyer und Lennard Bahn zunächst leichtfertig aussichtsreiche Chancen (10./15.), doch dann sprang Aykut Özdemir im Strafraum der Ball an die Hand und Kapitän Niemeyer drosch den fälligen Handelfmeter mittig in die Maschen (36.). Danach hätte der heute sehr schwache Felix Rehr im Zusammenspiel mit Bahn schon die Vorentscheidung herbeiführen können, aber sein Pass wurde im letzten Moment geklärt (40.).

Die nächste Standardsituation brachte mehr Ertrag: Kaveh Raschidy zirkelte einen Freistoß in den Sechzehner und Unglücksrabe Daniel Otremba (oder doch Denis Urdin?) „wischte“ das Leder mit seinem Haarschopf ins eigene Gehäuse hinein (41.). Die Elstern zwar geschockt, aber noch nicht KO: Luciano Filipe Dias köpfte noch vor dem Pausenpfiff den Anschlusstreffer (43.). Kurz nach der Halbzeit die Riesenchance zum Ausgleich: Yayar Kunath zog mit gefühlt Tempo 180 an der rechten Außenlinie entlang und bediente in der Mitte nahezu mustergültig Filipe Dias, aber der bugsierte die Kugel halb rutschend, halb fallend einen Meter übers Tor (53.) - und wurde danach umgehend ausgewechselt.

Die Hausherren verteidigten nun sehr geschickt, fast eine halbe Stunde lang spielte sich das Spielgeschehen nur zwischen den Strafräumen ab. Torchancen Fehlanzeige. "Ersatz"-Trainer Mirko Petersen (Olaf Poschmann macht in der Sportschule Barsinghausen gerade seinen B-Trainerschein) brachte zwar Stürmer Frank Saaba für den wirkungslosen Andreas Akyol (67.), aber Saaba war sogar noch unauffälliger und brachte nicht einen Torschuss zustande. In den letzten zehn Minuten wurden die heimischen Fans schließlich für Ihre Geduld belohnt. Michael Sara holte mit einem schönen Dribbling einen Freistoß direkt an der Strafraumgrenze heraus. Standard = Tor! Diese Formel beherzigte auch Marcin Hercog, der die Kugel elegant mit einem Schlenzer rechts unten versenkte (82.). Der Jubel blieb den meisten MSV-Fans jedoch im Halse stecken, denn fast im Gegenzug grätschte Keeper Tobias Sävke etwas ungestüm Christopher Mahrt um. Elfmeter, Standard, Tor! Kunath sehr sicher zum 2:3 (85.). Rund neun Minuten später pfiff der souveräne Schiedsrichter Ralph Vollmers die Partie ab – ohne, dass sich die Elstern noch eine ernsthafte Ausgleichschance erarbeitet hätten.

Riesenjubel bei den gebeutelten Gastgebern. Nur 14 Spieler auf dem Spielberichtsbogen, Matthias Stuhlmacher nach dem Schlusspfiff: „Ein hochverdienter Sieg für uns. Am Ende sind wir mit schwindenden Kräften zwar nochmal unter Druck geraten, aber mir fehlen eben momentan auch die Alternativen auf der Bank. Ich hatte heute nur einen echten Ersatzspieler“. Da konnte Manager Frank Stolina zehn Minuten später etwas Abhilfe verkünden: „Wir haben heute Stürmer Dominik Balcer von Holstein Kiel II verpflichtet“. Ein (noch namenloser) Innenverteidiger steht ebenfalls auf der Wunschliste. Verpflichtung wahrscheinlich am Donnerstag.

Auch die Bergedorfer werden übrigens personell wohl noch nachlegen müssen, auch hier war die Ersatzbank nur mit vier Spielern bestückt (inkl. Ersatztorwart), obwohl eigentlich 22 Mann im Kader sind?! Fußballerisch jedoch sah das heute - bis auf die Unsicherheiten zu Beginn der Partie im Abwehrbereich - jedenfalls sehr ordentlich aus. Angst muss man um die Elstern daher eigentlich nicht haben.

  

  

Meiendorfer SV – HSV Barmbek-Uhlenhorst 2:3 (1:2)

Meiendorfer SV:
Brandt – Gasde (74., Bahn), Niemeyer, Raschidy, Hoffmann – Zazai (64., Facklam), Subasik, Hercog – Arboleda Sanchez, Sara – Rehr
HSV Barmbek-Uhlenhorst: Develi – Paschen, Schmitz, Stöhr, Odabas – Hoeft, Arlioglu – Mellmann (90., Pfahl), Imanci, Schwenke (79., Yücel) – Laban (87., Lange)
Tore: 0:1, 0:2 Laban (9./11.), 1:2 Rehr (18.), 1:3 Laban (59.), 2:3 Rehr (61.)
Schiedsrichter: Porsch (Barsbütteler SV) und seine Kollegen nicht so eindrucksvoll wie bei ihrem Spiegel-TV-Auftritt
Beste Spieler: Arboleda Sanchez, Rehr - Laban
Zuschauer: 334

Die erste Überraschung erwartete den zum Saisonauftakt an die Hamburger Landesgrenze gepilgerten Zuschauer bereits am Eingang des Meiendorfer Stadions. Musste er doch dort vergeblich nach der "MSV aktuell" Ausschau halten, die wohl ohne Übertreibung als zurzeit beste Stadionzeitschrift betrachtet werden darf, welche die Liga vorzuweisen hat. Irritationen mit der Druckerei verhinderten zum ersten Mal seit 16 Jahren deren Erscheinen. Doch Trost gab es dennoch. Zum Pokal-Spiel am kommenden Dienstag um 18:30 Uhr gegen Bergedorf 85 wird sie wieder pünktlich allen Besuchern dieser Begegnung zur Verfügung stehen. Erstaunen auch über die neue Away-Tracht der Barmbeker in weißen Hemden und roten Hosen, dem (noch) großen HSV nicht unähnlich. Ungute Gefühle hingegen bei den heimischen Betrachtern des eigenen Kaders. Tobis Sävke, Stammtorwart seit eh und jeh, war nicht zu entdecken. Dem Vernehmen nach war ihm gestattet worden, ein familiäres Ereignis dieser Partie vorzuziehen.

Sein Fehlen soll sich dann auch sehr schnell bemerkbar machen. Nach einem Zuspiel von Yiner Ronal Arboleda Sanchez (AS) auf Felix Rehr (Zugang aus Oststeinbek), das dieser knapp verpasst, gelingt dem BU-Mann Kristoffer Laban in der neunten Minute von weit rechts eine Hereingabe in den Torraum von Mirko Brandt, die der Sävke-Substitut total falsch berechnet. So schlägt sie über ihn hinweg in der langen Ecke ein. Bereits zwei Minuten später kann Kevin Mellmann seinen in der Mitte postierten Angreifer bedienen und ihm den mühelosen zweiten Treffer ermöglichen. Ein Debakel für die Platzherren scheint sich anzubahnen. Dass es dazu aber nicht kommt, ist Rehr zu verdanken, der die Flanke von Fabian Gasde per Kopf unhaltbar in die Barmbeker Maschen setzt. In der 28. Minute ein erneuter Blackout der MSV-Defensive, allein diesmal bleibt Laban am Torhüterbein hängen. Auch bei einem abgelenkten Schuss von Bülent Imanci in der 36. Minute zeigt sich der Ersatzkeeper gefestigter. In der 34. Minute fordern nicht wenige MSV-Anhänger, nicht nur der allseits bekannte Torsten Offner, nach einem Foul an AS einen Strafstoß, doch ein ahndender Pfiff – wie auch später bei einem Handspiel - bleibt aus. AS ist es auch, der zwei weitere Angriffsaktionen anschiebt, ohne dass aber seine Mitspieler vor dem Halbzeitpfiff eine Resultatsverbesserung bewirken können.

Im zweiten Spielabschnitt zunächst ein ungewohnter Fehlpass von Hannes Niemeyer zu Laban, der diesmal an der auf den anderen Positionen gefestigteren gegnerischen Abwehr scheitert. Kurz darauf aber ermöglicht ein langer Ball Letzterem den dritten Treffer für seine heute ungewohnten Farben. Nur zwei Minuten später allerdings der Anschlusstreffer durch Rehr, welcher eine AS-Flanke zu nutzen weiß. Auch weiterhin präsentiert sich das Match höchst abwechslungsreich mit auf beiden Seiten aufregenden Strafraumszenen und Rettungstaten im letzten Moment. Der Höhepunkt schließlich in der 87. Minute: Ex-Condoraner Kaveh Raschidy flankt auf Michael Sara, der per Hinterkopf das Quergestänge zum Zittern bringt. Den Abpraller setzt der eingewechselte Fabian Facklam schließlich in die Arme von Goalie Mikail Develi. Trotz weiterer Bemühungen der Gelb-Schwarzen ändert sich am Spielstand aber nichts mehr.

Alles in Allem eine Begegnung, die viel Abwechslung bot, aber auch aus beiderseitigen Fehlern seinen Reiz bezog. Doch fünf Treffer bieten dem Zuschauer allemal mehr, als ein "taktisch geprägtes" und möglicher Weise höheren Ansprüchen genügendes Spiel. Meiendorf muss nun versuchen, am kommenden Punktspieltag in Bramfeld diese, ein wenig unerwartete, Scharte auszuwetzen. Die BUer aber werden am nächsten Sonntag Nachbar Paloma empfangen, nach der heutigen Leistung vermutlich nicht ohne Optimismus.

Punktspiel-Statistik aus der Sicht des Gastgebers:
31 Spiele 15 Siege - 9 Remis - 7 Niederlagen - 75:52 Tore.


Stimmen:

Frank Pieper (Trainer BU):
Leider konnte meine Mannschaft trotz ihrer zahlreichen Torchancen den Sieg nicht vorzeitig dingfest machen. Defensiv war zwar nicht alles perfekt, hat mich aber doch einigermaßen zufrieden gestellt. Offensiv aber haben wir nicht alles umgesetzt, wie es das Trainerteam beraten und was es vorgeschlagen hatte, und was eigentlich auch vorgegeben war. Daran müssen wir in jedem Fall noch mal arbeiten. Aber drei Treffer mussten eigentlich auch reichen. Hätte es das nicht getan, wäre ich natürlich auch enttäuscht gewesen.

Matthias Stuhlmacher (Trainer MSV):
Bei einer so hohen Fehlerquote in der Abwehr, wie wir sie heute von meiner Elf gesehen haben, reicht eine durchschnittliche Leistung der übrigen Mannschaftsteile einfach nicht aus, um einem guten Aufsteiger, wie es die Barmbeker nun einmal sind, Punkte abzuknöpfen.

 

 

 




 

 

 Meiendorfer SV – SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt 2:2 (1:1)

Meiendorfer SV:
Sävke – Kaczenski, Hoffmann, Niemeyer, Bernhardt – Cosovic (60. Sara), Zazai (80. Chau), Gasde, Hercog – Bahn (46. R. Subasic), Arboleda Sanchez
SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt: Kruschewski – Urdin, Liebermann, Häder, Scerbinin - Kahyaoglu, Sakarya, Fritze, Ildir – Voigt (76. Joost), Julardzija (61. Reichenbach)
Tore: 1:0 Niemeyer (5., Handelfmeter), 1:1 Julardzija (13.), 2:1 R. Subasic (47.), 2:2 Sakarya (52.)
Schiedsrichter: Bandt (Eimsbütteler TV), einfach schade, dass er am Pfingstmontag zum letzten Mal auf oberstem Hamburg-Level pfeiffen wird.
Beste Spieler: keiner der 26 Spieler ließ sich hängen, überragend jedoch Tormann Kruschewski
Zuschauer: 332

In seiner Vorschau zum vorletzten Spieltag dieser Saison hatte der Schreiber ein offensiv geführtes Match mit vielen Treffern prognostiziert und auf ein 5:3 getippt. Dass er damit gar nicht so falsch liegen könnte, sollte sich auch sehr schnell zeigen.

Denn bereits nach fünf Minuten schwebt ein hoher Ball in den Strafraum der Gäste. Dennis Urdin springt dem Ball entgegen, doch nicht sein Kopf nähert sich dem Flugobjekt als erster, sondern es ist eine seiner Hände, die Herrn Bandt zum Pfiff und entsprechenden Fingerzeig veranlasst. Hannes Niemeyer lässt sich die Möglichkeit zur schnellen Führung dann auch nicht entgehen. Allein sie währt nur knapp acht Minuten. Langer Ball auf Ümit Kahyaoglu, von dort auf Juro Julardzija und die Partie ist wieder ausgeglichen. Das bleibt sie auch weiterhin und gestaltet sich höchst abwechslungsreich. Ein Freistoß von Kahyaoglu entpuppt sich als Aufpraller und kann nur mühsamst um den Pfosten zur Ecke abgewehrt werden, Yiner Ronal Arboleda Sanchez bugsiert die Kugel aus wenigen Metern in die auffangbereiten Arme von Keeper Bernd Kruschewski, Julardzija zielt am langen Pfosten knapp vorbei und Tormann Tobias Sävke hat seine liebe Mühe mit einem Ruhenden Ball von Serkan Sakarya.

Wie schon zur ersten Halbzeit so auch die Ouvertüre zum zweiten Spielabschnitt, nur diesmal mit einer guten Möglichkeit für die Billstedter. Urdin bedient Adrian Voigt, allein desssen Abschluss streicht um Weniges am langen Pfosten vorbei. Erfolgreicher hingegen zeigt sich der gerade eingewechselte Robert Subasic, welcher eine Vorlage von Arboleda Sanchez (A-S) flach in die lange Ecke zur erneuten Führung weiter leitet. Zwar verhindert der Pfosten in der 51. Minute noch den erneuten Ausgleich, da der zögernd agierende Sävke von Sakarya ausgespielt wird, doch kurz darauf lässt er sich dennoch nicht vermeiden. Denn jetzt zeigt sich der eben genannte Billstedter beim Torschuss erfolgreich. Auch Sävke-Proteste vermögen Referee Bandt nicht zur Rücknahme seiner Torpfiffes zu bewegen. Danach versuchen es die Platzherren noch mit Macht, allein der Bille-Goalie weiß deren Bemühungen samt und sonders zu verhindern und hat in der Schlussminute noch Glück, da er einen Ball wieder verliert, die Platzherren aber nicht in der Lage sind, das nunmehr leere Tor zu treffen.

Dennoch eine erfolgreiche Saison für die Platzherren, die nach Verlust einer fast kompletten Mannschaft und ihres Trainers allgemein als sichere Absteiger gesehen wurden. Matthias Stuhlmacher jedenfalls hat an der B 75 eine exzellente Leistung vollbracht und sollte nicht nur für den Schreiber der heißeste Anwärter auf den Titel "Trainer des Jahres" sein. Die Billstedter hingegen befinden sich bei Wolfgang "Karotte" Krause, so scheint es, in guten Händen, zumal ihm auch Andreas Heeschen wieder zur Seite steht.


Stimmen:

Wolfgang Krause (Trainer Billstedt):
Das war ein gutes Auswärtsspiel von uns. Wir hätten hier heute auch gewinnen können, aber der Gegner hatte ebenfalls seine Möglichkeiten. Aber in Anbetracht der Rumpftruppe, die wir noch hatten, war ich mit ihr sehr zufrieden. Unser Torwart hatte sich zwar auch zwei, drei Schnitzer erlaubt, aber dennoch viele Bälle super unschädlich gemacht. Ich bin aber auch mit der Leistung meiner anderen Spieler zufrieden.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Mir hat bei meiner Mannschaft die richtige Präzision gefehlt. Bei den Chancen, die wir hatten, mit den wir aber zumeist nichts anzufangen wussten, ist es aber kein Wunder, wenn am Ende nur ein Remis dabei herauskommt. Ich meine deshalb auch, dass es ein gerechtes Ergebnis wurde.


 

Meiendorfer SV – SV Rugenbergen 1:1 (0:1)

Meiendorfer SV:
Sävke – Hoffmann, Niemeyer, Bernhardt (77., Cosovic), Kaczenski – Sara, Gasde, Hercog, Zazai (61., Bahn)– R. Subasic (27., Franz) - Arboleda Sanchez
SV Rugenbergen: Schultz – Obe, Vollmer, Engl, Lohrke – Beese, Brehmer, Melich, Sadat-Azizi – von Bastian (61., Frost), Chmielewski (76., Grabow)
Tore: 0:1 Engl (14.), 1:1 Niemeyer (79., Foulelfmeter)
Gelb-Rote Karte: Arboleda Sanchez (88., wdh. Foulspiel)
Schiedsrichter: Yilmaz (FC Türkiye), waren es die herum wieselnden Kameraleute, die den eigentlich zur Hamburger Haute Volée zählenden Referee an diesem Nachmittag verunsicherten? Der gegebene und zum Ausgleich führende Strafstoß war jedenfalls ein Witz, der Gelb-Rote Karton überzogen.
Zuschauer: 302

Gerade mal zwei Wochen ist es her, da hatten die Meiendorfer die Elf von Altona 93 mit nicht weniger als 5:0 abgeledert und die Freude war groß an der B 75 über den höchsten Sieg seit über zweieinhalb Jahren. Allein die Kunde am gestrigen Freitagabend aus Oststeinbek, wo die Dittberner-Auswahl erneut klar verlor, relativierte den Meiendorfer Erfolg und war offenbar auch in nordwestliche Gefilde vorgestoßen.

Denn die Gäste aus Bönningstedt zeigten sich gleich zu Beginn der heutigen Partie keinesfalls eingeschüchtert. Bereits nach fünf Minuten landet ein Kopfball von Tim Vollmer nur knapp neben dem Ziel. Auch die Platzherren lassen sich nicht lumpen. Nach einem von Marcin Hercog getretenen Freistoß muss sich jedenfalls Keeper Dennis Schultz gegen Robert Subasic bewähren. In der 14. Minute aber klingelt es. Nach einem Eckstoß von Dennis von Bastian über den etwas ungünstig positionierten Tobias Sävke hinweg gelingt dem einstigen Palomaten Oliver Engl, ebenfalls per Kopf, der Führungstreffer. Die Auswahl von Ralf Palapies beherrscht nun eindeutig das Geschehen, DvB aber setzt eine gelungene Hereingabe von Kevin Beese full power überweg und auch seinen Mitspielern wird kein Erfolgserlebnis zuteil. Völlig daneben hingegen die Platzeigner mit einem missratenen Volleyversuch von Kevin Franz sowie einem Kick Richtung Ahrensburg von Yiner Ronal Arboleda Sanchez, dem bis zum Ende des Spiels überhaupt nichts gelingen wird.

Im zweiten Spielabschnitt sind es wieder die vormaligen Mühlenbesitzer, die sich von DvB ausgehend über Matthias Chmielewski auf Beese eine prächtige Chance erspielen, doch der Letztere macht es nicht besser als A-S kurz vor der Pause. Langsam aber scheint den "Stuhlmachern" zu dämmern, dass sie auch noch Punkte bedürfen, um am kommenden Freitag ihr Grillfest in angemessener Stimmung feiern zu können. Sie versuchen jedoch ihre Kraft vornehmlich aus Ruhenden Bällen zu schöpfen, was aber trotz annehmbarer Distanzen weder Jonas Kaczenski noch Hercog gelingt. Michael Sara hingegen zielt nach einem gelungenen Anspiel nur um ein Weniges überweg. Dann aber die 79. Minute: In einen völlig harmlosen 16er-Zweikampf zwischen Beese und dem eingewechselten Lennard Bahn hinein ertönt ein yilmazscher Pfiff und es ist eine unzweideutige Handbewegung zu sehen. Unter dem ironischen Beifall der Meiendorfer Altvorderen lässt sich Hannes Niemeyer die einmalige, wie ein Geschenk des Himmels anmutende, Gelegenheit nicht nehmen und vollstreckt den Strafstoß halbhoch zentral. Die Enttäuschung der "Roten Teufel" ist fortan unübersehbar, ebenso wie die Zufriedenheit der Gelb-Schwarzen, bis der Pfiff von Herrn Yilmaz auf die Sekunde genau der nur wenig ansehnlichen Begegnung ein Ende bereitet.

Am Sonntagmorgen werden die Akteure beiderlei Couleur sicherlich ihr Augenmerk dem Geschehen an der Brucknerstraße zuwenden, wo Paloma Billstedt empfangen wird und danach erneut den Taschenrechner in Funktion setzen. Doch viel spricht dafür, dass eine Entscheidung über den dritten Absteiger, der zweite nach Sasel dürfte so oder so aus Billstedt kommen, erst am 33. Spieltag fallen wird. Dann nämlich werden Meiendorf Billstedt, Oststeinbek Rugenbergen sowie Paloma V&M empfangen dürfen. Der Verband wäre deshalb gut beraten, diese Spiele samt und sonders auf den Freitagabend zur gleichen Zeit anzusetzen und nicht nur die, vermutlich bedeutungslose, 34. Runde einheitlich zu terminieren. Das hätte zur Folge, dass Paloma eine halbe Stunde früher beginnen und Meiendorf auf den geliebten Sonnabend verzichten müsste. Ob's was wird? Der Schreiber hat so seine Zweifel…


Stimmen:

Ralf Palapies (Trainer Rugenbergen):
Ich komme gerade von einer sehr traurigen Mannschaft, die es leider vergessen hat, in der zweiten Halbzeit einen Treffer zu erzielen. Die Möglichkeiten dazu waren jedenfalls da. So ist es leider zu den Punktverlusten gekommen, die absolut unnötig waren. Nun müssen wir versuchen, die Köpfe wieder hoch zu nehmen, und mit diesen in der nächsten Woche Norderstedt gegenüber treten. Was den Strafstoß gegen uns betrifft, kann ich nur feststellen, dass der Schiedsrichter ihn gepfiffen hat.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Ich habe heute zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In der ersten hat meine überhaupt nicht stattgefunden, in der zweiten war es dann ein wenig besser. Deshalb muss ich mich auch mit dem Spielausgang zufrieden geben. Der Ansicht meines Kollegen zur Berechtigung des Elfmeters stimme ich absolut zu.


 

Meiendorfer SV – Altonaer FC 93 5:0 (4:0)

Meiendorfer SV:
Sävke – Franz, Hoffmann (62., Kaczenski), G. Subasic, Bernhardt – Zazai, Hercog, Niemeyer, R. Subasik (65., Cosovic) – Arboleda Sanchez, Sara (75., Bahn)
Altonaer FC: Hinz – Ansorge, Savelsberg, Dreyer, Kappler – Straub, Demirbaja, Lipke – Carallo, Rohrberg (53., Akgül) - Leuthold
Tore: 1:0 Niemeyer (2.), 2:0 Sara (26.), 3:0 Arboleda Sanchez (28.), 4:0 Sara (45.), 5:0 Zazai (63.)
Schiedsrichter: Frau Imke Lohmeyer (SV Frisia Brinkum), unauffällig gut.
Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung - Hinz
Zuschauer: 302

Nach einem höchst unangenehmen Erlebnis der Meiendorfer bei Bergedorf 85 am vergangenen Sonntag, waren es am Dienstag die Victorianer, die als vermutlich künftige Regionalligisten an der B 75 einen Besuch abstatteten und gegen eine bessere einheimische B-Elf von dort die Punkte entführten. Nun kam mit den 93ern eine weitere Mannschaft, welche über einen klangvollen Vereinsnamen im Hamburger Fußball verfügt, in das schmucke MSV-Stadion, um ihren zehn Punkten aus den letzten vier Spielen drei weitere hinzuzufügen. Doch am Ende mussten die Gäste mit einer Klatsche von dannen ziehen, die sie in einer derartigen Höhe seit dem 13. September 2008 nicht mehr zu erleben brauchten, als sie in der Regionalliga mit einem 1:6 gegen Holstein Kiel die Segel streichen mussten.

Der Stadionsprecher Hajo Rocca hatte aufgrund technischer Probleme noch nicht einmal die Mannschaftsaufstellungen vollständig durchgeben können, da steht es bereits 1:0. Verantwortlich dafür allein Hannes Niemeyer, der aus 25 Metern einen Freistoß an die Unterkante der Altonaer Torkante setzt, von wo das Geschoss zur Überraschung von Oliver Hinz unhaltbar über die Linie springt. Klar, dass ein solcher Treffer einerseits dazu in der Lage ist, erheblichen Auftrieb andererseits aber auch eine Art von Niedergeschlagenheit zu vermitteln. So ist es jedenfalls bei diesem Match. Die Gelb-Schwarzen ziehen fortan ein Spiel auf, wie einst zu besten Zeiten von "Roschi & Co", die 93er hingegen können nur erstaunt zusehen, wie sie von den zu Saisonbeginn als Absteiger hoch gehandelten Platzherren immer wieder spielerisch düpiert werden. So fällt auch zwangsläufig der nächste Treffer, da Michael Sara von knapp außerhalb des Strafraums rechts unten einnetzt. Eine gute Altonaer Chance nach einem Fehlpass hingegen verhindert Gabriel Subasic im letzten Augenblick. Danach bereits das 3:0 durch Yiner Ronal Arboleda Sanchez. Zwar scheint er sich zunächst den Ball zu weit vorzulegen, doch zeigt sich sogleich, dass der Mann schneller ist als das Spielobjekt. Er holt es wieder ein, lässt Keeper Hinz aussteigen und setzt es an den Pfosten, von wo es schließlich über die Ziellinie der anderen Ecke springt. Nach gut einer halben Stunde auch mal wieder die Gäste. Tobias Sävke greift an einem heranfliegenden Eckball vorbei, allein der offenbar darob höchst erstaunte Tobias Leuthold setzt diese gute Möglichkeit erheblich neben die Torstange. Fast mit dem Pausenpfiff landet ein Pass aus dem Mittelfeld bei Arboleda Sanchez, der den frei stehenden Sara entdeckt, bedient und ihm so den Weg in die Vollen und das 4:0 ermöglicht.

Auch der Verlauf der zweiten Halbzeit erlebt die Platzherren als weiterhin dominierend, auch wenn das Tempo ein wenig nachlässt. Zunächst scheitert Robert Subasic lediglich an Tormann Hinz, der in der Folge auch Sara mit allen seinen Körperteilen ein weiteres Erfolgserlebnis missgönnt. Keine Chance aber hat der Keeper in der 63. Minute, da ein 93er Kopfball den falschen Weg einschlägt und bei Hamid Zazai landet. Der vormalige Concorde (A-Jugend) schickt Hinz in seine linke Ecke und locht alsdann traumhaft sicher in die kurze rechte ein. Mehr als fünf Meiendorfer Treffer, egal ob home oder away, gab es zuletzt am 18. Oktober 2009, als die benachbarten Condoraner an gleicher Stelle mit 6:3 (Torschützen: Roschlaub [3], Sara [2] und Flores) abgefiedelt wurden. Den jetzigen MSVern hingegen scheint eine Trefferdifferenz von Fünfen zu reichen, die zig Jahre zurückliegen dürfte. So versuchen sich dann noch zwei, dreimal die Gäste, ohne aber ihre Bälle auch nur in die Nähe des Meiendorfer Gehäuses zu befördern.

Sollte es MSV-Coach Matthias Stuhlmacher gelingen, die heutige Form seiner Schutzbefohlenen zu konservieren oder gar noch weiter zu optimieren, dann werden sich spätere Generationen kaum vorstellen können, dass an der B 75 zeitweise (theoretisch immer noch bestehende) Abstiegsbefürchtungen kursierten. Die Altonaer hingegen, so scheint es, werden sich in dieser Spielzeit mit einem Tabellenplatz im Mittelfeld begnügen müssen.


Die MSV-Bilanz (seit 1949) gegen Altona 93:
26 Spiele – 12 Siege – 5 Remis – 9 Niederlagen – 45:38 Tore

Stimmen:

Oliver Dittberner (Trainer Altona 93):
Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen und man konnte deutlich sehen, dass das bereits siebte Spiel in diesem Monat ein Spiel zu viel für uns gewesen ist. Insofern fahren wir mit einer Niederlage nach Hause und versuchen es dann am Dienstag, einfach wieder besser zu machen.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Ich denke, mit dem 5:0 können wir gut leben. Wir können mithin nicht viel verkehrt gemacht haben, und eigentlich habe ich auch nichts gesehen. Die Mannschaft hat von Beginn ein ordentliches Spiel an beiden Enden gezeigt, und eigentlich alles beherzigt, was wir unter der Woche nach dem Victoria-Spiel besprochen haben. Ich meine auch, dass wir wieder zeigen konnten, dass hier in Meiendorf die Trauben wieder höher hängen, und wir in der Lage sind, jeden Gegner in dieser Spielklasse zu schlagen.


 

  Meiendorfer SV – SC Victoria 0:2 (0:1)

Meiendorfer SV:
Jonas – Stenke, Hoffmann, Chau, Cämmerer (63., Franz) – Oschetzki (84., R. Subasik), Niemeyer, Bahn – Hercog, Cosovic – Arboleda Sanchez (46., Sara)
SC Victoria: Schau – Renfordt (60., Saleh), Schumann, Helmer, Lauer – Schulz, Stilz, Cetinkaya (78., Bambur), Goldgraebe – Hoose, Patschinski
Tore: 0:1 Hoose (15.), 0:2 Patschinski (52.)
Schiedsrichter: Neitzel (Eintracht 03 Norderstedt), sah sich nur selten vor Probleme gestellt, bereite aber auch keine.
Beste Spieler: Jonas - Cetinkaya
Zuschauer: 246

"Vor drei Jahren waren die Duelle der beiden Klubs noch meisterschaftsentscheidend. Und wenn es überhaupt so etwas wie einen Angstgegner für den Rekordmeister gibt, dann ist es der MSV! Selbst in seinen allerbesten Jahren konnte Vicky nur ganz selten punkten, in den letzten 17 Punktspielen (seit 1998/99) lautet die unglaubliche Bilanz 1 Sieg, 4 Remis, 12 Niederlagen! Das sollte der personell gebeutelten Stuhlmacher-Elf (zwei Rote Karten in Bergedorf) doch Mut machen." So jedenfalls ließ sich hafo.de-Kollege Andreas Killat in seiner Vorschau zu diesem Nachholspieltag zur 19./20. Spielrunde aus. Doch schon bei Betrachtung der einheimischen Mannschaftsaufstellung mussten selbst einem eingefleischten MSV Anhänger, ob die superbe Serie fortgesetzt werden könnte, da nicht weniger als sieben People in der Startaufstellung der MSVer fehlten, die noch beim letzen Heimspiel gegen Oststeinbek dabei gewesen waren, und ein, wenn auch nur wenig überzeugendes, 2:1 erzielen konnten.

Nach gegenseitigem, vom augenscheinlichen Respekt vor einander geprägten, Abtasten sind es dann sogar die Platzherren, die den ersten Torschussversuch in der 14. Minute wagen. Tino Oschetzki setzt die Kugel jedoch präzise in die ausgebreiteten Arme von SCV-Tormann Christian Schau. Im Gegenstoß die Führung für die die Hohelufter. Roger Stilz flankt zu Benjamin Hoose, der spielt Marcel Hoffmann aus und vollstreckt aus kurzer Distanz. Danach wird mehr und mehr erkennbar, warum der tabellarische Abstand der Gäste beträchtlich ist. Ersatzkeeper Yannik Jonas, der den verletzten Tobias Sävke vertritt, kann sich aber bei einem gelbblauen Powerplay sowohl gegen Hoose als auch gegen Cem Cetinkaya, der sich auf altem Terrain offenbar äußerst wohl fühlt, behaupten Nach einem Fehler von Adrian Stenke bricht Jan Lauer auf links durch, Jonas aber vermag dessen Schuss noch gerade an die Latte abzuleiten. Glück allerdings hat der Goalie in der 38. Minute als er eine Flanke des von Vicky-Coach Lutz Göttling gleichfalls an den Lokstedter Steindamm entführten Patrick Schumann nur vor die Füße von Nico Patschinski abklatschen kann. Offenbar im höchsten Maße überrascht verzieht der einstige Akteur vom Millerntor um ein Beträchtliches. Cetinkaya schließlich kommt am tüchtigen Reservehüter kurz vor dem Halbzeitpfiff nicht vorbei.

Nach kurz zuvor vollendetem Pausengang aber wird ihm mit einer Flanke passgenau auf den "Patsche-Fuß" dennoch ein Erfolgserlebnis zuteil, da diese volley von dort ins Toreck zum 0:2 weitergeleitet wird. In der 68. Minute der zweite Torschussversuch der Meiendorfer durch Meris Cosovic, allein er streicht weit über das gedachte Ziel hinweg, während auf der anderen Seite Cetinkaya immerhin das Gebälk zu streifen vermag. Eine Viertelstunde vor dem überpünktlichen Abpfiff darf auch Schau seine Präsenz auf dem sattgrünen Rasen rechtfertigen, als er einen Schuss beachtlichen Kalibers von Michael Sara über das Quergebälk zur Ecke ableitet. Danach ist es nur noch Marcel Schau, der mit einem Rückpass auf seinen Torhüter für ein Gefahrenmoment sorgt, da letzterer erstaunter Maßen über den Ball schlägt und so Hoose noch eine ungenutzte Möglichkeit offeriert.

Victorias Gedanken gehen nun in Richtung Norderstedt. Nicht nur, weil von dort ihr nächster Pokalgegner kommt, sondern auch, weil die Norderstedter, wenn sie am Sonntag 85 abfiedeln sollten, ihnen wieder der Spitzenrang winken könnte, sofern Condor nichts dagegen haben wird. Meiendorf aber muss sich den Klassenerhalt durch Punktgewinne an der B 75 gegen Rugenbergen oder Billstedt sichern, es sei denn, ihnen wird durch andere Ergebnisse Hilfe zuteil.



Stimmen:

Lutz Göttling (Trainer Victoria):
Wir haben 75 bis 80 Minuten lang Ball und Gegner beherrscht. Ich bin zufrieden und wir sind an Bergedorf dran. Ich bin mit sehr mulmigen Gefühlen hierher gekommen, weil hier schon einige gestolpert sind. Im Nachhinein war das aber gar nicht notwendig, da wir eine sehr konstante Leistung abgeliefert hatten.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Wir haben 24 Mann im Kader und jeder nimmt für sich in Anspruch, in der Oberliga Fußball spielen zu wollen. Da wir ohnehin auf drei Spieler verzichten mussten, zwei mit Rot und einer verletzt, überdies einer in Bremerhaven seine Bachelor-Arbeit schreibt, hatte ich mich entschlossen einen kompletten Cut zu machen. Hinzu kam natürlich auch, dass wir erst vorgestern 75 Minuten lang mit neun Mann spielen und wie die Löwen kämpfen mussten. Die Jungens brauchen aber nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Frische. Sie müssen überdies das Ganze im Auge behalten und so schnell wie möglich noch drei Punkte holen, um sich damit weit vor dem 34. Spieltag den Klassenerhalt zu sichern. Deshalb habe ich heute, den einen oder anderen, der vielleicht als Stammkraft gilt, geschont. Allerdings hat mir bei dieser Mannschaft die letzte Konsequenz nach vorne, aber auch der Mut, gefehlt. Doch ist das wohl normal, wenn man als Spieler mehrheitlich auf der Bank gesessen hat. Unter diesen Umständen bin ich mit der gezeigten Leistung nicht unzufrieden.


 

 FC Bergedorf 85 - Meiendorfer SV 3:1 (0:1)

FC Bergedorf 85:
Svraka – Pettersson, Sobczyk, Koca (58. Metzler), M. Meyer – Iannou, Schmer – Mahrt (88. Akyol), Bugrov (46. Landau) – de la Cuesta – Kunath
Meiendorfer SV : Sävke – Gasde (68.Stenke), Hoffmann, G. Subasic, Bernhardt – Niemeyer – Hercog – Zazai, Sara (80. Cosovic), R. Subasic (75. Kaczenski) – Arboleda Sanchez
Tore: 0:1 Zazai (13.), 1:1 Kunath (60.), 2:1 Sobczyk (63.), 3:1 Landau (89.)
Rote Karten: G. Subasic (10., MSV, Notbremse an Kunath), Bernhardt (15., MSV, Notbremse an Kunath)
Schiedsrichter: Rau (Rostock), machte eine unglückliche Figur
Beste Spieler: Kunath – Arboleda Sanchez, Hoffmann
Zuschauer: 250

"Keiner sagt ein Wort zum Gespann!" - Matthias Stuhlmachers Worte waren eindringlich und seine Mannschaft hörte auf sein Kommando. Obwohl die Meiendorfer wohl ohne die Ansage ihres Trainers ihren Frust im Mittelkreis deutlich gemacht hätten. Das Spiel war zuende, der Sportlergruß sollte erfolgen und Stuhlmacher sprach "verschlüsselt" aus was er vom Schiedsrichter aus Rostock hielt: "Vielleicht kriegt ihr ja wenigstens das vernünftig hin."


Wirbelte ordentlich: Yinar Ronal Arboleda Sanchez, hier gegen Michael Meyer

Frust. Frust. Und nochmal Frust.

Nachdem die Meiendorfer in Unterzahl eine Halbzeit beim Tabellenführer dominiert hatten, wendete sich das Blatt in der 60. Minute durch eine von außen undurchsichtige Situation. Philipp Pettersson hatte geflankt, Torhüter Tobias Sävke war zusammen mit Gegenspieler Yayar Kunath hochgestiegen, etwa 6-7 Meter vor dem Tor, Sävke hielt den Ball fest. Ne, Moment mal. Doch nicht. Plötzlich hatte er ihn fallen gelassen, Yayar Kunath hatte den Ball, der schoss, auf's Tor – drin! 1:1.
Es war der Knackpunkt des Spiels, ein irregulärer Treffer, behaupten die Meiendorfer. "Er hat den Ball aus Sävkes Händen geboxt, das hat Kunath sogar zugegeben", sagte Stuhlmacher. Möglich, aber Aufklärung gab es nicht. Der Treffer zählte, Sävke erhielt Gelb wegen Reklamierens.

Bis dahin hatte Meiendorf mit 1:0 geführt, hätte zur Pause durch Großchancen von Arboleda Sanchez und Fabian Gasde gut und gerne 3:0 oder 4:0 führen können. Müssen, eigentlich. Und das, obwohl zunächst Gabriel Subasic, dann Sascha Bernhardt nach Notbremse an Yayar Kunath vom Platz gestellt wurden. Bei Subasic gab es Zweifel an der Entscheidung, bei Bernhardt war es wohl zweifelsfrei. Kunath war einfach zu schnell gewesen...

Zwischen den beiden Platzverweisen war es dem super aufgelegten Yinar Ronal Arboleda Sanchez gelungen, auf den total freien Hamid Zazai aufzulegen und ihn die Führung erzielen zu lassen. Und danach brannte auch nichts an in Meiendorfer Reihen, trotz der 9:11 Unterzahl. "Meine Mannschaft war schlecht", sagte Olaf Poschmann später und lag damit goldrichtig.

Erst nach dem Ausgleich brachen die Dämme und Martin Sobczyk (per Kopf) und Jan Landau (nach Steilpass Sävke überwunden) machten für den Tabellenführer alles klar. "Diese Niederlage ist wie ein gefühlter Sieg, aus der wir gestärkt hervorgehen werden", sagte Stuhlmacher keineswegs resignierend. Lediglich seine Abwehr macht ihn in Bezug auf das Dienstag-Spiel Sorgen… 


 

 

 Meiendorfer SV – Oststeinbeker SV 2:1 (1:1)

Meiendorfer SV:
Sävke – Gasde, Hoffmann, G. Subasic, Bernhardt – Hercog, Sara (86. Franz), Niemeyer, Zazai – Cosovic (76. Bahn), R. Subasic
Oststeinbeker SV: Werth – Atug, Stenzel, Knüppe, König – Schulz (76. Meier), Weiß, Mokaddem, Saglam (86. Varela Monteiro) – Okur (67. Rehr), Pohlmann
Tore: 1:0 Sara (12.), 1:1 Schulz (38.), 2:1 Bahn (80.)
Schiedsrichter: Born (SV Bergstedt), viel besser als die 27 Spieler
Beste Spieler: Definitiv keiner
Zuschauer: 364

So mancher der Zuschauer wird sich nach Ende der über weite Strecken grauslich anzuschauenden Partie sicherlich beglückwünscht haben, dass ihm die Vorstellung beider Teams an gleicher Stelle in der Vorsaison erspart geblieben ist. Denn die wurde bekanntlich am Grünen Tisch entschieden, fand mithin überhaupt nicht statt, da die Meiendorfer es versäumt hatten, den Ausweichplatz am Deepenhorn in Anspruch zu nehmen.

In den ersten 15 Minuten machen es die Platzherren, die allerdings ohne den verletzten Yiner Ronal Arboleda Sanchez auflaufen müssen, dabei noch ganz ordentlich. Sie beherrschen weitgehend Ball und Gegner und sorgen auch für die erste ansprechende Situation, als Gabriel Subasic nach einem Eckstoß von Marcin Hercog seinen Kopfball nur um Weniges über die Querlatte setzt. In Minute Zwölf gar der Führungstreffer. Michael Sara nimmt Gideon Knüppe quasi die Kugel vom Fuß und knüppelt sie Richtung Tor, Michael Weiß versucht ihn noch daran zu hindern, kann aber nur abfälschen, so dass sie schließlich über die Linie mehr trudelt als rollt. Ein Glückstreffer für wahr, den sich gewiss neun Minuten später auch Alexander Pohlmann auf der Gegenseite gewünscht haben dürfte, als er nach einem Missverständnis im MSV-Mittelfeld unbehindert abziehen kann, aber nur Aluminium trifft. Sieben Minuten vor dem Halbzeitpfiff fällt er dennoch, der Ausgleichtreffer. Durch wen? Darüber herrscht auch auf der Gästebank keine einmütige Ansicht. Fest steht jedenfalls, dass Mirco Schulz aus gut 20 Metern einen angeschnittenen Freistoß vor das Tor drischt und der Ball an Tobias Sävke vorbei im Ziel landet. Unklar aber bleibt zunächst, ob Seyhmus Atug dem Flugobjekt noch eine leicht abweichende Kursabweichung verpasst hatte. Das Ergebnis der anschließenden Recherche: Keeper Sävke vertraute seinen Vordermännern, die den Ball aber passieren ließen und ihn so düpierten. Atug hingegen wird keine Mitwirkung attestiert.

War die erste Halbzeit schon nicht besonders ansehnlich, der zweiten lässt nun mit allerbestem Willen kein Oberliganiveau mehr erkennen. Vom Himmel nieselt es, und auf dem Rasen wird mehr gepieselt als Fußball gespielt. Kein Pass kommt an, kein Ball wird korrekt behandelt. Ein Schulz-Schüsschen stellt Sävke vor keine Probleme, ein Sara-Kick entschwindet fast in den tief stehenden Wolken. Bemerkenswert bestenfalls ein Abschlag vom OSV-Goalie Christoph Werth in die Arme seines Gegenübers Sävke. In der 77. Minute allgemeines Gefummel im Fünf-Meter-Raum mit etwa zehn Beteiligten nach Art der Pampers-Liga. Dennoch gelingt es nicht, die Pille über die Torlinie zu bekommen. Dann aber doch noch das 2:1. Sara setzt sich endlich einmal auf der rechten Außenseite kraftvoll durch, flankt mittig vor den Kasten, Robert Subasik verpasst, doch hinter ihm steht der kurz zuvor eingewechselte Lennard Bahn. Dieser am vorherigen Gekicke Unbeteiligte ist es dann auch, welcher das sich senkende Objekt allgemeiner Fußballerbegierde in das Tornetz zu drücken vermag. Die von Coach Kohfahl (siehe Stimmen) bemerkte große Chance für seine Farben hingegen befindet sich nicht auf dem Zettel des Schreiberlings. Lag es nun an der einbrechenden Dämmerung oder sollte letzterer selbst kurzzeitig eingedämmert sein?

Trotzdem sangen die Gelb-Schwarzen unisono nach dem Abpfiff "So sehen Sieger aus". Dennoch mit nunmehr 33 Punkten dürften sie ihrem Ziel, das nur "Klassenerhalt" hieß und heißen konnte, sehr viel näher gekommen sein. Für die Kohfahlisten hingegen geht es am Ostermontag nach Rugenbergen zum nächsten Sechspunktespiel.



Stimmen:

Stefan Kohfahl (Trainer Oststeinbek):
Wir hatten mehr klarere Chancen. Bekommen aber so ein Marmelding. Der tiefe Boden ließ nur klare Sachen zu. Das hat Meiendorf am Anfang besser gemacht, dabei lange Bälle geschlagen und nachgesetzt. Wir haben das später auch gemacht und standen zwei, dreimal allein vorm Torwart. Dann hatten wir noch eine Hundertprozentige zum 2:2 für Alex Pohlmann. Im Übrigen weiß ich gar nicht, wie oft Meiendorf in der zweiten Halbzeit aufs Tor geschossen hat. War es einmal? Jedenfalls kann man nicht von einem verdienten Sieg des Gegners sprechen.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Wir haben in der Halbzeit besprochen, dass wir uns nicht so sehr der Spielweise des Gegners anpassen, sondern vielmehr versuchen wollen, den Ball flach zu halten und uns spielerisch zu entwickeln. Das haben wir dann auch geschafft und hatten mehr Kontrolle über den Ball und den Gegner. Dann gab es für uns auch zwei, drei gute Spielzüge, woraus schließlich auch nach einer Energieleistung von Michael Sara das Tor fiel. Meine Mannschaft hat mir heute jedenfalls ganz genau zugehört. Ich meine auch, dass wir aufgrund der zweiten Halbzeit, in der wir hinten wenig zugelassen und uns auch spielerisch besser entwickelt haben, verdient gewonnen haben. 
 

 

 

 

Eintracht Norderstedt – Meiendorfer SV 0:1 (0:1)

Eintracht Norderstedt:
Kindler – Browarczyk (83. Koch), Lindener, Ribeau, Trefzger (78. Ulaga) – Siedschlag – Ljubisavljevic (80. Ferreira), Meyer, Kummerfeld - Jurkschat, Sa Borges Dju
Meiendorfer SV: Sävke (46. Jonas) – Gasde, G. Subasic (41. Franz), Hoffmann, Bernhardt – Niemeyer – Zazai, Hercog, R. Subasic – Sara (85. Cosovic) - Arboleda Sanchez
Tore: 0:1 Arboleda Sanchez (35.)
Schiedsrichter: Sönke Müller (BCG Altenkrempe): Bekam das Spiel nie so richtig in den Griff. Hätte bei einigen Entscheidungen durchaus mehr Karten verteilen können. Zudem unsicher bei Abseitsentscheidungen und kleineren Fouls.
Beste Spieler: keiner – Arboleda Sanchez
Zuschauer: 120

Andreas Prohn war nach dem Spiel sichtlich angefressen. Dies war durchaus nachvollziehbar, denn der Trainer von Eintracht Norderstedt hatte diese Woche wahrlich nicht viel zu Lachen. Nachdem das Präsidium des Vereins am gestrigen Donnerstag bekannt gab, dass man kommende Saison nicht für die Regionalliga melden wird, blieben dem Coach nur wenige Stunden sein Team für die kommende Aufgabe zu motivieren. Und die lautete Meiendorfer SV: trister Oberligaalltag anstatt Holstein Kiel oder FC St.Pauli 2.

Mit den Meiendorfern war eine hochmotivierte Truppe ans Edmund-Plambeck-Stadion gereist, für die es um nicht mehr, aber auch nicht weniger als den Klassenerhalt ging. Und das die Elf von Trainer Matthias Stuhlmacher gegen Mannschaften aus höheren Tabellenregionen durchaus bestehen kann, hatte Sie bereits zwei Wochen zuvor beim Heimspiel gegen Germania Schnelsen eindrucksvoll bewiesen.

Genau daran wollten die Schwarz-Gelben heute anknüpfen. Dementsprechend hochmotiviert gingen die MSVer auch zu Werke. Bereits nach 15 Minuten hätte es 2:0 aus Sicht der Gäste stehen können, wenn nicht sogar müssen. Jedoch wurden beste Torgelegenheiten nicht genutzt. Robert Subasic zielte in der zehnten Spielminute mit einem schönen Schuß links vorbei. Kurz darauf waren es Michael Sara und wiederum Subasic, die beste Chancen liegen ließen. Mit einem wirklich beeindruckenden Pressing, immer wieder angepeitscht von Trainer Stuhlmacher, der seine Mannschaft hier und heute förmlich zum Sieg brüllen wollte, schnürten die Gäste den Gegner in der eigenen Hälfte ein. Und dann fiel auch das 1:0. Arboleda Sanchez nickte das Spielgerät nach einem Missverständnis zwischen Stefan Siedschlag und Marcel Kindler in die Maschen. Die Eintracht fand offensiv überhaupt nicht statt. Die einzige Torszene in Abschnitt eins konnte Milos Ljubisavljevic verbuchen, der in der 38. Minute nach einer schönen Einzelaktion von rechts in den Strafraum zog und den Abschluß suchte. Tobias Sävke war jedoch auf dem Posten. Kurz vor der Pause dann der erste Wechsel bei den Meiendorfern: Kevin Franz kam für den verletzten Gabriel Subasic, der unglücklich gefallen war und sich dabei wohl die Hand gebrochen hat. Auf diesem Wege, gute Besserung! Es sollte nicht der letzte Wechsel bleiben. Kurz vor der Pause traf es auch noch den MSV Keeper Tobias Sävke.

Matthias Stuhlmacher musste also nochmals reagieren und in Hälfte zwei hütete fortan Yannik Jonas das Tor der Meiendorfer. Der erste Oberligaeinsatz für den noch unerfahrenen Keeper. Doch diese beiden Verletzungen sollten die Leistung der Schwarz-Gelben nicht beeinflussen. Auch in der zweiten Hälfte bot sich den 120 Zuschauern ein ähnliches Bild. Der MSV weiter mit aggressivem Forchecking, die Eintracht fand weiterhin kein probates Mittel. Doch zumindest kam die Elf von Trainer Andreas Prohn nun hin und wieder gefährlich vor das Tor der Gäste. In der 52. Minute köpfte Matthias Ribeau den Ball nach einer schönen Flanke von Dane Kummerfeld knapp über das Tor. Die größte Gelegenheit bot sich jedoch Mario Jurkschat gut zehn Minuten später. Völlig freistehend beförderte er den Ball aus acht Metern über das Tor. Das hätte der Ausgleich sein müssen. Weitere Torgelegenheiten blieben in Hälfte zwei Mangelware.

Am Ende jubelten die Meiendorfer über einen hochverdienten Auswärtssieg und können mit nunmehr 30 Punkten beruhigt in die kommenden Spiele gehen. Dementsprechend groß war die Freude, und man hörte die Mannschaft nach dem Spiel klatschen und singen. Für die Gastgeber hingegen ist die Saison nun so gut wie gelaufen und man muss nun versuchen, diese nun zu einem möglichst positiven Ende zu bringen.


Stimmen:

Andreas Prohn (Trainer Eintracht Norderstedt):
Ich bin enttäuscht wie meine Mannschaft hier heute aufgetreten ist. Wir haben während der gesamten ersten Halbzeit nicht wirklich ins Spiel gefunden und die Bälle nur hinten raus gekloppt. Das ist nicht der Fussball den man hier sehen will und den wir spielen wollen.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorfer SV):
Ich bin insbesondere mit der ersten Halbzeit meiner Mannschaft, aber auch natürlich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Jedoch hätten wir nach 15 Minuten bereits 3:0 führen müssen. Ich hab da bereits sieben Hundertprozentige gezählt. Wenn man allerdings sieht, wie wir unter der Woche trainieren, muss man sich nicht wundern, dass wir nur ein Tor geschossen haben. Unser Zeugwart vermisst immer noch sechs Bälle. 

 

 

 

 

Meiendorfer SV – TuS Germania Schnelsen 2:1 (1:1)

Meiendorfer SV:
Sävke – F. Gasde, Hoffmann, G. Subasic, Bernhardt – Niemeyer – Zazai (90. Cosovic), Hercog, R. Subasic – Sara - Arboleda Sanchez
TuS Germania Schnelsen: Grubba – Ferck, Schulz, Mandic, Demirci – Thiessen (46. Rahn), Cengiz – M. Tunjic, Algan (69. Özbek), Polaske (55. Ringger) – J. Tunjic
Tore: 0:1 J. Tunjic (17.), 1:1 Hercog (29.), 2:1 Arboleda Sanchez (63.)
Schiedsrichter: Jan Clemens Neitzel (Eintracht Norderstedt): Hatte einige Probleme in der korrekten Bewertung der Zweikämpfe, so ließ er z.B. das üble Foul von Hercog gegen Thiessen (44.) ungeahndet weiterlaufen. Insgesamt aber eine unauffällige und somit ordentliche Leistung.
Beste Spieler: Arboleda Sanchez, Niemeyer, G. Subasic, Hoffmann, Hercog – Keiner
Zuschauer: 263

Heute Abend läuft auf Pro 7 wieder „Schlag den Raab“. Der Meiendorfer (Ersatz-)Stadionsprecher mag daran gedacht haben, als er bei der Vorstellung der Mannschaften die gegnerische Nummer 10 als „Stefan Raab“ über die Lautsprecher ankündigte, sich aber schnell auf Stephan Rahn verbesserte. Dieser Freud’sche Versprecher sollte aber Signalwirkung haben: Schlag den Raab (Rahn) – schlag die Germanen!

Der MSV musste mit dem letzten Aufgebot antreten (u.a. ließ sich Kevin Franz privat entschuldigen, hinzu kamen diverse Verletzte wie Marcel Chau und Sven Cämmerer), aber auch bei Germania musste umgestellt werden (Rahn kam arbeitsbedingt erst kurz vor dem Anpfiff und nahm deswegen zunächst auf der Bank Platz und Björn Nadler und Raffael Kamalow wurden leicht angeschlagen geschont). Naturgemäß wiegen solche Ausfälle beim Underdog schwerer, aber was allein der Wille im Fußball vermag, wurde heute mal wieder offensichtlich (siehe hierzu auch Trainerstimmen). Meiendorf „brannte“ förmlich, gab vom Anpfiff weg Vollgas und keinen Ball verloren. Das gesamte Team kämpfte beherzt um seine Chance, nur die Verwertung selbiger ließ zu wünschen übrig. Robert Subasic hätte schon in der Anfangsphase die Weichen auf Sieg stellen können, doch erst strich sein Schuss aus halbrechter Position knapp am Tor vorbei (5.), dann verpasste er denkbar knapp mit dem Kopf eine Flanke von Yiner Ronal Arboleda Sanchez (6.). Wie eine kalte Dusche dann das 0:1: Tobis Sävke stürmt völlig unnötig aus dem Sechzehner heraus, behindert zwei seiner eigenen Abwehrleute (vornehmlich Gabriel Subasic) und Jürgen Tunjic sagt lächelnd „Danke“ und schiebt in der 17. Minute mit Rückennummer 17 aus 17 Metern ins leere Tor ein.

Nach der Partie konnte MSV-Coach Matthias Stuhlmacher zwar darüber scherzen: „Tobi hat heute mal seinen „Joker“ genommen. Vielleicht war das sogar ganz gut für uns, danach haben alle unglaublich Gas gegeben“, aber in dem Moment mag er nur den Kopf geschüttelt haben. Denn die gute Anfangsviertelstunde drohte aufgrund dieses Aussetzers zu versanden. Doch zum Glück für die weiterhin eifrigen Gastgeber blieb die gesamte Germania-Elf weit unter ihren Möglichkeiten (Holger Spethmann: „Da fehlte heute einfach alles. Kein Einsatz, keine Laufbereitschaft. Eine Frechheit“). Denn kaum zu glauben, aber wahr: Bis auf einen Freistoß von Rahn (82.) blieb das „Glückstor“ der einzige (!) TuS-Torschuss in der gesamten Partie. Die Hausherren hingegen zeigten Mut und Leidenschaft und wurden früh belohnt: Marcin Hercog schlenzte einen Freistoß aus 18 Metern zentraler Position zum Ausgleich in die Maschen (29.), ein echtes Traumtor! Allerdings handelte es sich um die Torwartecke und Experte Harry Jurkschat, für Blog-trifft-Ball vor Ort, analysierte treffend: „Bei jedem Freistoß hat der Torwart nur eine Aufgabe: Seine Ecke abzudecken. Von daher klarer Torwartfehler“. Dennoch wollen wir Tobias Grubba zugutehalten, dass der Ball einfach gut getreten war.

Aus einer insgesamt sehr homogenen Mannschaft ragte heute einer noch heraus: Kolumbiens Fußball-Perle Yiner Ronal Arboleda Sanchez (genau so möchte er übrigens nach eigenem Bekunden genannt/geschrieben werden). „YRAS“ kam dabei fast wie die Jungfrau zum Kind, denn eigentlich hatte er sich beim TSV Wandsetal zum Probetraining vorgestellt. Da zum damaligen Zeitpunkt aber der Kader voll war, schickte Marco Krausz den drahtigen Angreifer aus alter Verbundenheit zu seinem Ex-Klub an der B75 (was ihm letzte Woche beim Spiel Paloma-MSV fast leid getan hätte). Stuhlmacher war jedenfalls schon nach zehn Minuten Probetraining Feuer und Flamme: „Den will ich haben“. Arboleda Sanchez, der manchmal noch wie ein Leichtathlet wirkt und viel mit den Armen arbeitet, gewann heute 90% seiner Zweikämpfe – und das gegen einen Marin Mandic oder Mirko Schulz. Zwei Riesenszenen hatte der Kolumbianer noch vor der Halbzeit: Seinen Schuss aus zehn Metern parierte Grubba mehr glücklich als gewollt mit den Füßen (32.) und nach tollem Solo über die linke Seite (stark im Zweikampf gegen Schulz) strich das Leder knapp über die Latte (39.). Beifall auf offener Szene für das neue MSV-Juwel!

Nach dem Pausentee kam Rahn für den von Hercog in der 44. Minute am Sprunggelenk verletzten Dennis Thiessen („Der Schiedsrichter hat sich in der Halbzeit bei mir entschuldigt, dass er das nicht gepfiffen hat“). Besser wurde es dennoch nicht. Germania blieb saft- und kraftlos, die Pokalpartie gegen Buchholz schien zuviel Kraft gekostet zu haben. Die Stuhlmacher-Schützlinge hingegen machten da weiter, wo sie aufgehört hatten. Michael Sara (natürlich nach Vorarbeit von Arboleda Sanchez) scheitert erneut an den Füßen von Grubba (47.), der heute mehrfach wie ein Handballtorwart agierte. Zehn Minuten später hätte Sara etwas egoistischer sein und selbst den Abschluss suchen müssen, sein Zuspiel auf Hamid Zazai verpuffte Richtung Bundesstraße. Nach gut einer Stunde wollten die Zuschauer gerne einen Elfmeter haben, als Arboleda Sanchez im Zweikampf mit Grubba zu Boden ging. Fifty-Fifty Entscheidung, so die Expertenmeinung auf der Tribüne. Der 22jährige Vollblutstürmer ließ sich davon nicht beeindrucken und bereitete seinen Siegtreffer gleich mal selber vor: Eine schöne Zazai-Flanke nahm er im Sechzehner perfekt mit der Brust an, schirmte das Leder gekonnt ab, passte zurück nach Außen auf Zazai und dessen erneute scharfe Hereingabe vollstreckte Arboleda Sanchez energisch aus kurzer Distanz (63.). Einfach ein tolles Fußballmärchen. Danach passierte nicht mehr viel. Meiendorf blieb weiter in jedem Duell Zweikampfsieger und Germania entwickelte Null Torgefahr.


Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 20 Spiele, 9 Siege, 2 Remis, 9 Niederlagen; 40:43 Tore

1972/73: 2:1 / 1:2 Amateurliga Hammonia
1973/74: 1:0 / 0:5* Amateurliga Hammonia (*Umgewertet. Ursprünglich 1:1!)
1974/75: 3:0 / 3:2 Amateurliga Hammonia
1996/97: 2:4 / 3:2 Verbandsliga Hamburg
1997/98: 5:4 / 2:4 Verbandsliga Hamburg
1998/99: 2:5 / 1:1 Verbandsliga Hamburg
2001/02: 2:2 / 2:3 Verbandsliga Hamburg
2006/07: 3:0 / 4:0 Hamburg-Liga
2010/11: 0:1 / 1:2 Oberliga Hamburg
2011/12: 2:1 / 1:4 Oberliga Hamburg

1992/93 und 93/94 spielte Meiendorfer SV II in der Bezirksliga Nord gegen Germania (2:2/1:3 und 1:0/0:1).


Stimmen:

Juri Savitchev (Co-Trainer TuS Germania Schnelsen):
Glückwunsch an Meiendorf, die ein gutes Spiel gemacht haben. Wir haben glaube ich überhaupt keine Torchance gehabt und sind trotzdem in Führung gegangen. Aber ab dem Zeitpunkt sind wir nicht mehr auf dem Platz gewesen. Meine Mannschaft war heute nicht konzentriert und anscheinend noch sehr müde von dem schweren Pokalspiel gegen Buchholz. Das war spielerisch eine Katastrophe. Nicht gerade unser Glückstag heute.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorfer SV):
Die Glückwünsche und die drei Punkte nehme ich natürlich gerne entgegen. Man hat heute deutlich gesehen, wer hier Herr im Hause ist und wer unbedingt gewinnen wollte. Eigentlich sollte jedes Spiel von uns so aussehen, wie das hier heute. Das ist unsere Spielidee, aggressiv Pressing. Meine Mannschaft hat mit dem letzten Aufgebot ein sehr sehr gutes Spiel abgeliefert, wir hätten sogar noch zwei Tore mehr schießen können oder müssen. Trotzdem bin ich im Prinzip stinksauer, weil es völlig unerklärlich ist, dass wir nicht immer so eine Einstellung an den Tag legen. Gerade gegen unsere Mitkonkurrenten im Abstiegskampf fehlt oft dieser unbedingte Wille, daran müssen wir arbeiten. Nichtsdestotrotz haben wir uns den Sieg heute redlich verdient.

 


 

USC Paloma – Meiendorfer SV 2:0 (0:0)

USC Paloma:
Koch – Savelsberg, Drews, Francke, Schröder – Niedermeyer, Meyer (68. Gottschalk) – Chipenko, Albrecht – Galica (87. Lohfeldt), Gyimah (78. Graf)
Meiendorfer SV: Sävke – F. Gasde, Hoffmann, G. Subasic, Franz – Niemeyer, Hercog – Zazai (81. Cosovic), Sara, R. Subasic – Arboleda Sanchez (64. Amroun)
Tore: 1:0 Chipenko (72.), 2:0 Galica (86.)
Schiedsrichter: Paul Dühring (SVNA): Sehr kleinlich, pfiff fast jeden Körperkontakt ab. Insgesamt aber eine ordentliche Vorstellung.
Beste Spieler: Schröder, Chipenko – Sävke
Zuschauer: 180

Neue Trainer neigen bekanntlich häufig zu drastischen Veränderungen. Doch damit hatte Marco Krausz nicht viel am Hut: „Die Mannschaft hat ja in Schnelsen nicht schlecht gespielt“. So gab es lediglich drei Wechsel: John Gyimah (für den angeschlagenen Alexander Graf), Keeper Marco Koch kam für Zakaria Chergui ins Tor und hinten links in der Viererkette spielte Martin Schröder (für André Lohfeldt), den Krausz noch aus seiner Norderstedter Zeit bestens kennt. Nach dem Schlusspfiff kann man festhalten: Alles richtig gemacht. Koch hatte zwar ein paar Unsicherheiten, hielt seinen Kasten aber sauber. Gyimah warf sich vorne in jeden Zweikampf und Schröder war der große Matchwinner, doch dazu später mehr.

Vom Anpfiff weg zeigten sich die „Tauben“ gewillt, nach drei Heimniederlagen in Folge endlich mal wieder an der Brucknerstraße zu punkten. Gyimah mit einem Lupfer (4.) und Miroslav Chipenko mit einem satten Volleyschuss (12.) setzten erste Ausrufezeichen. Für die Gäste aus Meiendorf sorgte vor allem der neue Stürmer Yiner Ronal Arboleda Sanchez für Betriebsamkeit, die aber durch eine Gelbe Karte (für ein Foul an Torhüter Koch) nach dreißig Minuten deutlich gebremst wurde. Die dickste Gelegenheit vergab jedoch Gabriel Subasic, der im Fünfmeterraum frei zum Schuss kam und zweimal an Koch scheiterte (38.). Auf der Gegenseite zeigte auch Tobias Sävke, dass er ein exzellenter Keeper ist und parierte einen Gyimah-Kopfball glänzend zur Ecke (42.).


Gabriel Subasic (l.) und John Gyimah im Zweikampf. Foto: André Matz

Im zweiten Durchgang waren beide Teams zunächst vor allem darauf bedacht, bloß keine Fehler zu machen. „Wer hier das erste Tor macht, gewinnt“, murmelte Krausz am Spielfeldrand. Seine Mannschaft blieb auch etwas aktiver, während die Stuhlmacher-Elf spätestens nach der Herausnahme von „YRAS“ jegliche Gefahr vermissen ließ. Coach Matthias Stuhlmacher forderte vergebens mehr Pepp: „Spiel den Ball doch schärfer, da kannst Du ja eine Mettwurstscheibe hinterherwerfen“, raunzte er Hamid Zazai nach gut einer Stunde an.

Dann kam der große Auftritt von Martin Schröder. Vormarsch über die linke Seite, schöner Doppelpass mit Marc Albrecht und anschließend ein feiner Pass zu Gyimah auf Höhe des Elfmeterpunkts. Der Ex-Condoraner schoss jedoch nicht selbst, sondern leitete elegant auf Chipenko weiter, der wuchtig in die Maschen vollendete (72.). Was für eine Erlösung, was für ein Jubel. Danach wurde erst Recht um jeden Zentimeter Grant gefightet, aber die ganz große Gegenwehr der Meiendorfer blieb erstaunlicherweise aus. Nicht eine nennenswerte Chance erarbeiteten sich die Gelb-Schwarzen in der verbleibenden Spielzeit. Doch Erleichterung stellte sich beim USC erst ein, als Chipenko nach schönem Dribbling auf der rechten Seite den in der Mitte lauernden Visar Galica bediente und dieser trocken zum 2:0 einschob (86.). Seinen ersten Ex-Klub hat Krausz damit abgefrühstückt. Nun kann Norderstedt kommen (am Mittwoch im Pokal und am Sonntag das Punktspiel). „Wenn ich es mir aussuchen kann, nehme ich lieber am Sonntag einen Dreier. Aber natürlich werden wir auch im Pokal nichts verschenken“, stellte Krausz klar.


Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 26 Spiele, 9 Siege, 8 Remis, 9 Niederlagen, 36:44 Tore

75/76: 2:1 / 3:2 Amateurliga Hansa
76/77: 2:0 / 0:0 Amateurliga Hansa
77/78: 5:2 / 3:7 Amateurliga Hansa
78/79: 2:2 / 0:5 Landesliga Hansa
79/80: 0:0 / 1:1 Landesliga Hansa
99/00: 1:1 / 3:1 Landesliga Hansa
00/01: 1:2 / 1:1 Landesliga Hansa
06/07: 1:2 / 2:1 Hamburg-Liga
07/08: 1:1 / 0:4 Hamburg-Liga
08/09: 1:3 / 2:0 Oberliga Hamburg
09/10: 0:1 / 1:0 Oberliga Hamburg
10/11: 0:3 / 1:3 Oberliga Hamburg
11/12: 2:0 / 1:1 Oberliga Hamburg


Stimmen:

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorfer SV):
Das war von beiden Mannschaften kein gutes Oberligaspiel. Ein Punkt wäre heute aber für uns drin gewesen. Leider fehlte meinen Spielern heute die letzte Konsequenz und Geilheit, den Ball über die Linie zu drücken. Man hat uns heute die Verunsicherung und die Angst vor der Niederlage angemerkt, da muss sich ganz schnell etwas ändern. Mit der Leistung von heute werden wir es schwer haben, in der Oberliga zu bleiben. Jetzt müssen wir weg von der Schönspielerei und auch mal schmutzig im Abstiegskampf bestehen, wie es uns Paloma heute vorgemacht hat.

Marco Krausz (Trainer USC Paloma):
In unserer Situation spielt es keine Rolle, ob es ein gutes oder schlechtes Oberligaspiel war, es zählen nur die drei Punkte. Über das Ergebnis bin ich daher sehr froh, ebenso über die geschlossene und kämpferische Mannschaftsleistung. Wir sind sehr präsent gewesen und gut ins Spiel gekommen. Es war deutlich der Wille zu erkennen, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Von daher ein verdienter Sieg für uns. Ein schöner Sonntag!  

 


 

Meiendorfer SV – SV Curslack-Neuengamme 1:2 (0:1)

Meiendorfer SV: Sävke – Sara, Hoffmann, Cämmerer, G. Subasic – Gasde, Niemeyer, Hercog, R. Subasic – Bahn (46., Franz), Arboleda Sanchez
SV Curslack-Neuengamme: Böse – Wulff, M. Barlak, Otte, Kock – Möller (90., D. Barlak), Papke, Zöpfgen, Theetz – Veselinovic (53., Örün), Reincke (78., Meyer)
Tore: 0:1 Theetz (38.), 0:2 Möller (61.), 1:2 Arboleda Sanchez (86.)
Schiedsrichter: Pfefferkorn (SC Urania), musste vor dem Platzverweis von Hercog erst von seinem Assistenten darauf hingewiesen werden, dass er dem Meiendorfer bereits zuvor "Gelb" gezeigt hatte. Ansonsten war an ihm aber nicht viel auszusetzen.
Gelb-Rote Karten: Hercog (49., wdh. Foulspiel), Theetz (90., wdh. Foulspiel)
Beste Spieler: Arboleda Sanchez ("Spieler des Tages") - Theetz
Zuschauer: 261

Am 34. und letzten Spieltag der vergangenen Saison war die Elf von Torsten Henke gleichfalls an der B 75 zu Gast. Mit den Noch-Aussichten auf Rang Zwei waren sie als Favorit angereist, mussten sich aber am Ende und einem 1:3 lediglich als Staffage zur Abschiedsvorstellung von "Roschi & Co" betrachten. Nun auch heute spielen die Männer vom Deich wieder ganz oben in der Oberliga mit, während die Einheimischen sich vornehmlich um den Klassenerhalt sorgen müssen. Kein Wunder, denn von denen, die am 27. Mai 2011 mit dabei waren, befinden sich mit Tobias Sävke, Fabian Gasde sowie Michael Sara nur noch drei Akteure im gegenwärtigen MSV-Kader.

Dennoch darf Coach Matthias Stuhlmacher zunächst Grund zur Freude haben. Denn mit Yiner Ronal Arboleda Sanchez gibt es einen echt brasilianischen Zugang an der Landesgrenze. Er hat zwar dem Vernehmen nach noch nicht bei Fluminense oder Flamengo gespielt, sondern wurde beim südlichen Bezirksligisten Panteras Negras entdeckt. Allein seine Spielfreude, Ballbehandlung, Übersicht und sogar Lauffreude lassen Gerüchte, dass er auch schon mal in der Serie A am Zuckerhut gespielt haben könnte, nicht vollends ad absurdum erscheinen. So ist auch er es, der nach wenigen Minuten des Abtastens seine neuen Kollegen immer wieder nach vorne treibt und ihnen beste Möglichkeiten eröffnet. Doch, was Michael Sara und Lennard Bahn daraus machen, müsste ihm Tränen in die Augen treiben. Er selbst versucht es auch zweimal, sein Schuss landet jedoch in den Armen von Frederic Böse und danach bleibt er an Mekan Barlak hängen, der seine liebe Mühe mit der Nummer 11 – diese MSV-Rückennummer sollte man sich merken – hat. Nach einer halben Stunde endlich mal die Gäste. Ihrer heutigen Spielweise entsprechend mit einem Ruhenden Ball und einem Freistoß von Matthias Reincke auf Marco Theetz, dessen Kopfball jedoch über das Quergebälk streicht. In der 36. Minute wiederum die Meiendorfer mit Arboleda Sanchez, der Robert Subasic die Kugel vorzüglich auf den Pantoffel legt, was Böse dennoch vor keine Probleme stellt. So kommt es, wie es kommen muss, wenn beste Chancen nicht genutzt werden. Eckball von rechts und Patrik Papke auf Theetz, und der nutzt ein Gewühl im Fünfmeterraum, um aus kürzester Distanz die Führung für seine Weiß-Blauen Farben herzustellen. Kurz vor dem Pausenpfiff noch ein direkt getimter Reincke-Eckball in die Sävke-Arme.

In den ersten 15 Minuten nach dem Wiederanpfiff scheint es so, dass die Gelb-Schwarzen ihren anfänglichen Schwung verloren hätten. Doch dann ist es wieder die brasilianische (lt anderer Quelle kolumbianische) Neuerwerbung, die Sara und dem eingewechselten Kevin Franz die Bälle zuspielt. Allein der Erstere erweist sich als zu umständlich und Franz zielt nebenbei. Eine weitere heimische Offensivaktion aber geht in die Hose und landet bei Theetz, der auf Sven Möller weiterleitet und ihm so das 0:2 ermöglicht. Einen weiteren Treffer der Gäste hingegen verhindert Tormann Sävke, da er einen Felix-Meier-Schuss aus kürzester Entfernung nach Zuspiel von Möller sensationell entschärft. Ende gut, alles wenigstens teilweise gut: Arboleda Sanchez belohnt sich und seinen großen Auftritt mit dem schönsten Treffer dieser Partie, als er von der rechten Seite und aus der Drehung heraus den Ball hoch im langen Eck zum 1:2-Endstand unterzubringen vermag.

Mit diesen drei Punkten nebst ihrem zweiten Auswärtserfolg dürfen die Curslacker zunächst um drei Ränge avancieren. Dank der Rugenbergener Niederlage gegen wackere Billstedter verbleiben die "Stuhlmacher" aber dennoch auf dem vierzehnten Rang und haben nun eine Woche Zeit, sich auf das krauszsche Debüt an der Brucknerstraße vorzubereiten, wo eine Niederlage für sie fatale Folgen haben könnte.


Stimmen:

Torsten Henke (Trainer C-N):
Ich habe bei hafo gelesen, dass dort 1:0 für Meiendorf getippt wurde. Insofern ist das Resultat für uns doch ganz ordentlich, zumal wir ja auswärts noch nicht sehr viele Punkte geholt hatten. Wir haben aber mit Sicherheit heute nicht gut gespielt. Auch nach dem 2:0 und in Überzahl haben wir es nicht verstanden, das Spiel zu beruhigen. So mussten wir bis zum Schluss zittern. Doch unterm Strich zählt das Ergebnis, und darüber freuen wir uns.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Das war heute das alte Leiden. Wenn man vorne die Torchancen, die man hat, nicht reinmacht, dann kann eine Unaufmerksamkeit von einer gestandenen Oberligamannschaft wie ein Geschenk angenommen werden. Auch der zweite Gegentreffer beruhte auf einem katastrophalen Fehlpass in der Vorwärtsbewegung. Ansonsten habe ich über 90 Minuten nur eine Mannschaft Fußball sehen, und das war meine Mannschaft. Sie hat jedenfalls mit Mut, Herz und Leidenschaft gespielt, Vorwürfe kann ich ihr deswegen auch nicht machen. Schade, dass sie sich nicht selber belohnen konnte.

 

 


 

 

Niendorfer TSV – Meiendorfer SV 0:1 (0:1) 

Niendorfer TSV: Tholen – Ucan, Heysen, Heitbrock, Herbert – Wilhelm, Schwoy (79. Schumacher, Möbius, Adomah – Natusch (40. Brameier), Koberger (65. Janke)
Meiendorfer SV: Sävke – Chau, Hoffmann, G. Subasic, Kaczenski – Zazai (75. Amrun), Hercog, Niemeyer – Cosovic, Franz – R. Subasic (88. Gasde)
Tore: 0:1 R. Subasic (22.)
Schiedsrichter: Wick (TSV Glinde), seine großzügige Linie fand nicht immer allerseits Verständnis
Beste Spieler Tholen – Chau, Hercog
Zuschauer: knapp 100
Besonderes Vorkommnis: Schwoy vergibt Foulelfmeter (60.)


Beide Mannschaften hatten zuletzt ihre jeweilige Partie verloren und hatten sich vorgenommen, nicht mit einem Negativerlebnis in die Winterpause zu gehen. Die Möglichkeit dazu war jedenfalls am Sachsenweg mit der dortigen synthetischen Spielfläche gegeben, auch wenn der daneben liegende Naturrasenplatz vom Bezirksamt gesperrt war.

Wo sich dann auch sogleich eine sehr abwechslungsreiche Partie entwickelt, und Strafraumszenen beiderseits nur deshalb nicht zum Erfolg führen, da es noch an der notwenigen Konzentration mangelt. Meiendorfer Anhänger hingegen beklagen einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem Zweikampf zwischen Tim Heysen und Robert Subasic. In der 12. Minute hat dann aber Marcin Hercog die Führung auf dem Fuß, scheitert jedoch an André Tholen. Eine Minute danach erweist sich dessen Team-Kollege Meris Cosovic als zu umständlich. Präzise dann aber der Pass in Minute 21 von Markus Schwoy. Zum Entsetzen des heimischen Anhangs jedoch in die falsche Richtung und in den Lauf des älteren Subasic-Zwillings, der sich des Geschenks als durchaus würdig erweist und dem NTSV-Goalie das Nachsehen überlässt. Erwähnenswert ferner die Flanke von Ole Natusch auf Francis Adomah, der sie jedoch nicht ganz erreicht. Fast noch das 0:2 vor dem Pausenpfiff, nur der Knaller von Cosovic nach Zuspiel von Hamid Zazai landet am Quergebälk.

Der erste Aufreger im zweiten Spielabschnitt lässt bis zur 60. Minute auf sich warten, zu der Adomah vom Zazai im Sechzehner von den Beinen geholt wird. Nun bietet sich "Schwoychen" Gelegenheit zur partiellen Wiedergutmachung. Allein das Ergebnis ist frustvoll. Beim Anlauf zum Strafstoß bleibt er im Kunstrasen hängen, knickt um und produziert lediglich einen Trudelball, der Tobias Sävke vor keinerlei Problem stellt, aber auch vermutlich dessen Großmutter nicht gefordert hätte. Auch die Frank-Hüllmann-Worte "Reißt Euch mal zusammen" können die Platzherren nun nicht mehr zu eindrucksvollen Aktionen bewegen, auch wenn Schwoy auf der rechten Seite durchbricht, und nur vom vor seine Füße rutschenden Meiendorfer Torhüter gestoppt werden kann. Dessen Gegenüber hingegen hat noch dreimal Gelegenheit, um sich auszuzeichnen. Bei einem R. Subarsic-Schuss nach Zazai-Zuspiel aus halbrechts und einem Flatterball von der Strafraumgrenze desselben Akteurs. Mit seiner Reaktion bei einem Freistoß von Jonas Kaczenski in der Schlussphase schließlich verdient er sich er die obige Prädikatisierung völlig zu Recht.

Platz Elf und 26 Punkte entsprechen sicherlich nicht dem, was am Sachsenweg mit den zwei Trainerwechseln erwartet wurde, bieten aber dennoch keine Veranlassung zur Sorge, wenn es um den Klassenerhalt geht. Die Meiendorfer hingegen haben mit ihren 21 Punkten und damit sieben Zählern Abstand zum Tabellen-Orkus mindestens das erbracht, was dem jungen und völlig neu formierten Kader maximal zuzutrauen war. Ob nun die MSV-Führung Schwoy eine Weihnachtsgans spendieren wird, entzieht sich der Kenntnis des Schreibers. Allein allemal verdient hätte er sie sich an diesem zweiten Adventsonntag.


Punktspiel-Statistik nach 1945 aus der Sicht des Gastgebers:
14 Spiele – 3 Siege – 3 Remis – 8 Niederlagen – 19:29 Tore
Zehn Spiele auf erstem Level und zwei in der Saison 1959/60 in der Bezirksklasse – Staffel Alster - (dritter HH-Level)

Stimmen:

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf) ,der seine junge Mannschaft pausenlos und lautstark aufpuschte:
Ich möchte gar nicht unbedingt meiner Mannschaft ununterbrochen Anweisungen geben, doch sie hat noch nicht verstanden, was Coaching untereinander bedeutet. Das muss rechtzeitig, konstruktiv und lautstark geschehen, dann kommt auch Nähe zum Gegner auf. Doch solange die Mannschaft das noch nicht begriffen hat, muss ich es leider machen.

Frank Hüllmann (Trainer Niendorf):
Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt, das muss man klar sehen. Die Meiendorfer haben den gravierenden Fehler zum 0:1 hervorragend genutzt. In der zweiten Halbzeit haben wir es aber ganz ordentlich gemacht, doch leider einen Elfmeter vergeben. Es darf natürlich nicht passieren, dass der Schütze dabei hinfällt. Das war natürlich ärgerlich, und so hat es dann auch am Ende nicht gelangt.

  

 

 


 

 

 

Meiendorfer SV – SC Vier- und Marschlande 1:2 (1:0)

Meiendorfer SV:
Sävke – Stenke, Chau (84. Amroun), G. Subasic, Kaczenski – Zazai (90. Otto), Niemeyer, Hercog, Franz – R. Subasic - Bahn
SC Vier-und Marschlande Möller – Kaba, Benson, Tetzlaff, Oltmann – Kosik, Hackstein (58. Gelinski) – B. Atug, Ullrich, Güven (77. Erb) – von Hacht (83. K. Herzberg)
Tore: 1:0 Franz (27.), 1:1 B. Atug (78.), 1:2 Ullrich (80.)
Schiedsrichter: Johannes Mayer-Lindenberg (Harburger TB): Musste sich vom stadtbekannten Ober-Pöbler aus Meiendorf beschimpfen und bedrohen lassen. Hatte aber eine tadellose Vorstellung abgeliefert.
Beste Spieler: Niemeyer, Franz (erste Halbzeit) – von Hacht, Ullrich (zweite Halbzeit)
Zuschauer: 273
Gelb-Rote Karte: Bahn (90., meckern)

Matthias Stuhlmacher hat derzeit viele Baustellen zu betreuen. In der Liga können sich seine Meiendorfer nicht von den Abstiegsplätzen absetzen, vor drei Wochen hatte er zudem noch zwei Leistungsträger suspendiert. Michael Sara und Sebastien Mankumbani trainierten zuletzt nur mit der zweiten Mannschaft. „Die Gründe dafür bleiben intern, aber zwei solche Persönlichkeiten schicke ich nicht ohne Grund weg“, so der Trainer. Zumindest dieses Fass ist geschlossen, beide Trainieren seit einigen Tagen wieder mit der Mannschaft. „Wir haben lange und intensive Gespräche geführt, sie sind beide noch angeschlagen, werden uns nach der Winterpause aber wieder zur Verfügung stehen“, so Stuhlmacher.

Ohne Sara und Mankumbani bleibt die erste Baustelle weiter offen. Gegen den Aufsteiger aus den Marschlanden setzte es eine unnötige Niederlage, das Ziel 24 Punkte vor der Winterpause kann nicht mehr erreicht werden. „Wir haben zehn Punkte leichtfertig liegen lassen. Trotzdem bin ich mit der Entwicklung der Mannschaft zufrieden, jetzt muss halt Niendorf nächste Woche dran glauben“, sieht Meiendorfs Trainer den Trend zumindest in die richtige Richtung zeigen.

Das tat er in der ersten Halbzeit gegen den SCVM tatsächlich. Nachdem Tobias Sävke einen Schuss von von Hacht entschärfte (15.) spielten nur noch die Gastgeber. Nach 27 Minuten konnte die SCVM-Hintermannschaft den Ball nicht sauber klären, Kevin Franz ballerte aus 20 Metern einfach mal drauf. Per Sonntags-Traumtor zur samstäglichen Führung. Die hätte noch im ersten Durchgang ausgebaut werden müssen. Subasic und Hercog vergaben eine gigantische Doppelchance, standen allerdings knapp im Abseits (33).. Franz schoss aus ähnlicher Position wie beim 1:0 noch einmal, diesmal flog der Ball aber knapp am Tor vorbei.

Von den Gästen bis dahin wenig bis nichts zu sehen, und auch die zweite Halbzeit fand lange ohne Beteiligung vom Deich statt. Allerdings lullten sich die Meiendorfer mehr und mehr ein, verloren den Faden und so letztendlich auch das Spiel. In der 71. Minute kann Sävke einen Freistoß von Damian Gelinski spektakulär parieren, ein erster Warnschuss. Zwar hat der MSV vier Minuten danach die Riesen-Chance alles klar zu machen, aber Jonas Kaczenskis kläglicher Abschluss eines klasse Konters steht sinnbildlich für das Meiendorfer Spiel im zweiten Durchgang.

Stattdessen der Doppelschlag der Gäste.Beytullah Atug bekommt nach einem Freistoß den Ball an der rechten Strafraumkante und schießt flach in Richtung langes Eck. Sävke ist dran, der Ball aber drin. 1:1. Zwei Minuten später, gleiche Szene. Diesmal ist es Marcel Ullrich der das Leder aus 16 Metern in den langen Winkel hebt. Der MSV zwar noch mit einer Freistoßchance zum Ausgleich (Hercog, 81.) aber insgesamt mit zu wenig Biss in der zweiten Halbzeit.

„Ich habe selten unverdienter verloren und bin natürlich nicht zufrieden. Aber bei einer so schlechten Chancenverwertung dürfen wir uns nicht beschweren, bei Standards haben sich die Jungs dumm angestellt“, so Stuhlmacher, der „einen leichten Rückfall in alte Zeiten“ bei seiner Elf ausmachte.

SCVM-Trainer Jan Schönteich war hingegen schwer zufrieden mit dem Spiel und der gesamten Hinrunde: „Das war ein glücklicher Sieg, auch ein Unentschieden wäre in Ordnung gewesen. Ich bin stolz auf die Mannschaft wie sie in der zweiten Halbzeit gekämpft hat. Wir haben uns den Platz im gesicherten Mittelfeld verdient, das ist ein tolles Ergebnis für uns.“

 

 


 

 

 

  Meiendorfer SV – SC Condor 2:0 (1:0)

Meiendorfer SV:
Sävke – Oschetzki, Chau, Subasic, Kaczenski – Zazai (90. Amroum), Hercog, Niemeyer – Bahn (84. Stenke), Franz - R. Subasic (74. Cosovic)
SC Condor: Kleinschmidt – Twardawa, Anders, Krohn, Lüdemann (67. Neumann) – Pawletta, Werwath, Tafese (58. Skalnik) – Eren, Abshagen (46. Carlson) - Roschlaub
Tore: 1:0 R. Subasic (15.), 2:0 Niemeyer (53.)
Schiedsrichter: Paltchikov (Eintracht Groß Grönau), gab keinen Grund zur negativen Kritik
Beste Spieler: Geschlossene Mannschaftsleistung - Keiner
Zuschauer: 443

Was war los an diesem Sonnabend mit den Condoranern? Hatten sie ihren herbstlichen Titelgewinn zu übermäßig zelebriert oder waren es die von den umliegenden Feldern aufsteigenden Herbstnebel, die ihr Spiel so unkonzentriert und harmlos erscheinen ließ? Wenn MSV-Coach Matthias Stuhlmacher nach den 90 + 2 Minuten meinte, "Eigentlich hätte die Mannschaft, die heute in Gelb gespielt hat, den Status als Hinrundenmeister verdient", muss ihm der Schreiber jedenfalls uneingeschränkt zustimmen.

Denn bereits in den Anfangsminuten erweisen sich die Gäste, in Weiß mit güldenen nur schwer erkennbaren Rückennummern, als außergewöhnlich harmlos. Allein beim Anstoß lassen sie Power erkennen, bleiben aber sogleich in der MSV-Defensivreihe hängen. Danach bereits die Platzherren mit zwei Kopfbällen auf das von Sascha Kleinschmidt bewachte SCC-Tor. Gegen Hannes Niemeyer zeigt er sich jedoch als auffangbereit und gegen Robert Subasic nicht ernsthaft gefordert. Ganz anders die Szenerie nach genau einer Viertelstunde. Wieder ist es der Letztgenannte, der nach einer weitgehenden Einzelleistung die Kugel zunächst an den linken Pfosten setzt, den Abpraller aber alsdann in der rechten Ecke des Ziels unterzubringen vermag. "Schiri abpfeifen" ist danach ein Zuschauer auf der Tribüne zu vernehmen, offenbar befürchtend, dass die Champions nunmehr aufdrehen würden. Doch die Sorge erweist sich als grundlos, da auch vom einstmaligen "Mister Meiendorf", Nils Roschlaub, nur Dürftiges zu sehen ist. Ein Schuss von der linken Seite, der nahe der rechten Eckfahne landet, sowie ein höchst mäßig getretener Eckstoß. So geht dann auch das Halbzeitergebnis von 1:0 voll in Ordnung.

Selbst die Kabinenansprache von Meik Ehlert scheint nicht gefruchtet zu haben. Alexander Krohn jedenfalls knallt gleich nach Wiederaufnahme der Begegnung mit aller Kraft und ohne große Not das Leder unter das Tribünendach. Eine höchst überflüssige und gefährliche Aktion, die auch mit mehr als einem "carton jaune" hätte geahndet werden können, wie der Schreiber meint. Elf Minuten darauf bereits der Endstand. Dafür verantwortlich zeichnet Niemeyer aus 25 Metern mit einem Freistoß in den linken oberen Winkel, unhaltbar für Kleinschmidt. In der 57. Minute doch mal "Roschi" mit einem Flachschuss nach Zuspiel von Lars Lüdemann, den Tobias Sävke nur mit Mühe parieren kann. Auf der anderen Seite bleibt Lennard Bahn im Zweikampf mit dem Condor-Keeper erfolglos. Eine Viertelstunde vor dem "Final Whistle" die beste Möglichkeit für die Oldenfelder. Allein der Kopfball von Max Anders nach einem Ruhenden Lüdemann-Ball landet am Lattenkreuz. Danach ist es Heiner Twardawa, welcher mit einer scharfen Rückgabe seinen letzten Mann fordert. Ein Hereingabe von rechts wenige Minuten vor dem Abpfiff landet zwar auf der Stirn des eingewechselten Meris Cosovic (MSV), streicht aber von dort über das Quergebälk.

Dieser recht unerwartete Erfolg befördert die Einheimischen damit zunächst einmal an die Spitze des letzten Tabellendrittels. Der Ehlert-Auswahl aber bietet sich gleich am kommenden Freitag Gelegenheit zur Wiedergutmachung in Garstedt. Ein ähnliches Resultat wie heute wäre dann aber mit dem Verlust des Spitzenranges verbunden. Sie weiß mithin, worum es bei diesem Sechspunktematch gehen wird.


Punktspiel-Statistik seit 1957 aus der Sicht des Gastgebers:
61 Spiele – 26 Siege – 8 Remis – 27 Niederlagen – 106:94 Tore


Stimmen:

Meik Ehlert (Trainer Condor):
Wir waren heute einfach nicht gut, haben die Zweikämpfe nur unzureichend angenommen und sind überhaupt nicht richtig in das Spiel gekommen. Kompliment an Meiendorf, die uns das vorgemacht haben, wie es geht, mit Leidenschaft Fußball zu spielen. Wir haben im ganzen Spiel zwei oder drei Torchancen gehabt, das ist einfach zu wenig. Dann geht es auch in Ordnung, wenn man verliert. Aber ein Beinbruch ist das noch nicht.

Matthias Stuhlmacher (Trainer Meiendorf):
Wir haben heute unsere Grundordnung zu jedem Zeitpunkt des Spiels bewahrt. Darüber hinaus haben wir auch mehrere Torchancen kreiert. Wir hätten eigentlich noch mindestens zwei Treffer mehr erzielen müssen. Jedenfalls konnte ich heute nicht ausmachen, wer unten drin steht, und wer Herbstmeister geworden ist. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass meine Jungens heute ihre Aufgaben hervorragend erfüllt haben. Ich ziehe deshalb vor ihnen den Hut.

Quelle: Hafo.de von Peter Strahl

 

 


 

  

SC Vorwärts/Wacker Billstedt 04 – Meiendorfer SV 1 :3 (1:2)

SC Vorwärts/Wacker Billstedt 04: Hannemann – Häder (69. Urdin), Liebermann, Sulinski, Ildir – Kreutzer – Iwosa, Scerbinin (79. Zorlu) – Sakarya (67. Julardzija), Voigt, Vo
Meiendorfer SV: Sävke – Oschetzki, Hoffmann, G. Subasic, Kaczenski – Zazai (90. Mucunski), Hercog, Niemeyer, Franz – Bahn (69. Cosovic), R. Subasic (83. Chau)
Tore: 0:1 Hercog (10.), 0:2 Kaczenski (31.), 1:2 Scerbinin (45.), 1:3 Franz (55.)
Schiedsrichter: Marcel Hass (Germania Schnelsen): mit einer sehr souveränen Leistung. Alle persönlichen Strafen nachvollziehbar, keine strittigen Szenen. Ein guter Auftritt.
Beste Spieler: keiner – Kaczenski, Hercog, Niemeyer
Zuschauer: 180

Meiendorfs Kapitän Hannes Niemeyer brachte es auf den Punkt. „Ich hätte von den Billstedtern viel mehr Gegenwehr erwartet. Vor allem im kämpferischen Bereich.“ Natürlich fehlten dem Team von Öjendorfer Weg mit Bernd Kruschewski, Alexander Bogunovic, Yannic Reichenbach und Ümit Kahyaoglu vier Stammspieler. Für einen Neuling kaum weg steckbare Rückschläge. Dennoch: Auch bei Meiendorf fehlten mit den vorläufig suspendierten Leistungsträgern Michael Sara und Sebastien Mankumbani zwei wichtige Spieler. Und, das war der große Unterschied: Beim MSV stimmten Einstellung, Einsatz und die Körpersprache.

Die ersten Minuten verliefen noch ohne Höhepunkte. Dann bekam Meiendorf einen Einwurf zugesprochen. Nichts Weltbewegendes. Nach der Ausführung folgte eine Kopfballverlängerung, Marcin Herzog kam an den Ball und ließ Dirk Hannemann im Duell eins gegen eins keine Abwehrmöglichkeit – 0:1. Die nächste spielrelevante Szene ereignete sich in der 31. Minute. Bis dahin war der MSV mehr am Ball. Linksverteidiger Jonas Kaczenski zog aus gut 25 Metern ab, nicht weit vom linken Straufraumeck postiert. Eigentlich eine sichere Beute für Hannemann – doch plötzlich zappelt es im Netz – 0:2. Ausgerechnet direkt nach der Systemumstellung der Platzherren, die von einem höchst offensiven 4-3-3 die Ausrichtung in ein 4-4-2 veränderten. Keine Frage, ein klarer Torwartfehler. Die Gäste waren dem dritten Treffer näher als „V/W“ dem Anschluss, aber erst scheiterte Robert Subasic an Hannemann (34.) und folglich verfehlte Niemeyer das halbleere Gehäuse (36.). Wie so oft im Fußball kam es wenige Augenblicke vor dem Seitenwechsel dann doch zur Spielstandverkürzung. Ein durchaus ansehnlicher Spielzug über die Stationen Piotr Iwosa, Steven Vo, dann kam der Ball zu Adrian Voigt, der an Tobias Sävke scheiterte und Valerij Scerbinin (Abstauber nach Sävke-Abwehr) vollendete – 1:2.

Die bis dato kaum stattfindenden Billstedter waren wieder im Spiel. Wer hätte das gedacht? Für die zweite Halbzeit erwarteten die Heim-Fans eine Mannschaft, die versucht das Ruder herumzureißen und eine klare Leistungssteigerung vollbringt. Sie wurden enttäuscht. Ähnlich wie Trainer Alexander Schäfke. „Das Tor haben wir zum genau richtigen Zeitpunkt erzielt. Aber auch in der zweiten Halbzeit war das zu wenig von uns. Alles was bei Meiendorf gepasst hat, hat bei uns gefehlt. Die Niederlage geht absolut in Ordnung. Im Spiel zweier Tabellennachbarn muss man anders auftreten“, so Schäfke. VW-Manager Wolfgang „Karotte“ Krause schlug in die gleiche Kerbe. „Ich verlange nicht von einem Spieler, dass er seinen Gegenspieler verletzt. Aber im Abstiegskampf muss man anders in die Zweikämpfe gehen. Wir waren viel zu lieb und hatten kaum eine gelbe Karte.“ Entschieden wurde die Begegnung frühzeitig. Kevin Franz traf aus 16 Metern mit Untersützung des Innenpfostens zum 1:3. In der Schlussphase hätte der MSV den Sieg noch deutlicher gestalten können, wenn nicht gar müssen. Marcel Hoffmann (87., Kopfball drüber) und insbesondere Hamid Zazai (89., kam nach tollem Solo nicht an Hannemann vorbei) vergaben die besten Gelegenheiten. MSV-Trainer Matthias Stuhlmacher war hoch erfreut über das Gesehene. „Der Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Man hat gesehen, dass wir mit einem bestimmten Idee in dieses Spiel gegangen sind und gewinnen wollten.

 

Quelle: Hafo.de von Seweryn Malyk

 

 

 

 

 


 

 


 


 

 


 

 

Nächstes Spiel

Fre, 24. Mai 2013 19:00 Uhr
Meiendorf
Meiendorf
: Rugenbergen
Rugenbergen
Hinspiel 24.11.2012
Oberliga 2012/13
Rugenbergen - Meiendorf   2:2

Kader

Torwart
Abwehr
Mittelfeld
Angriff

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